Gedanken zum Priestertum von Benedikt XVI. jetzt auch auf Italienisch

Nicht Herren eures Glaubens sind wir, sondern Diener eurer Freude

Rom, (ZENIT.org) Jan Bentz | 507 klicks

Band 12 der gesammelten Werke von Benedikt XVI. mit dem Titel „Künder des Wortes und Diener eurer Freude“, Theologie und Spiritualität des Weihesakramentes, ist nunmehr in der vatikanischen Verlagsbuchhandlung (Libreria Editrice Vaticana) auch in italienischer Sprache erschienen.

Der aus Anlass des Priesterjahres erschienene Band mit Joseph Ratzingers Schriften zur Theologie und Spiritualität des Geistlichen Amtes enthält 80 Texte mit theologischen Reflexionen zur biblischen Grundlegung im Apostolat der Zwölf, zur geschichtlichen Entfaltung in die drei Stufen Episkopat, Presbyterat und Diakonat sowie zur systematischen Erschließung in der Christusrepräsentation. Sie werden ergänzt durch eine Fülle anregender und zugleich geistlich tiefer Primiz-, Weihe- und Jubiläumspredigten, so heißt es in der Beschreibung des Herder-Verlages. Die Texte stammen aus den Jahren 1954 bis 2002.

In ihnen mache der Autor - ein begnadeter Künder des Wortes - seinem eigenen Primizspruch aus dem Jahr 1951 alle Ehre: „Nicht Herren eures Glaubens sind wir, sondern Diener eurer Freude" (2 Kor 1,24).

In seinem Vorwort zitiert Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, der heutige Präfekt der Glaubenskongregation und Herausgeber der Gesammelten Werke, den Autor aus seiner Predigt zum Abschluss des Priesterjahres:

„Priester ist nicht einfach ein Amtsträger, wie ihn jede Gesellschaft braucht, damit gewisse Funktionen in ihr erfüllt werden können. Er tut vielmehr etwas, das kein Mensch aus sich heraus kann: Er spricht in Christi Namen das Wort der Vergebung für unsere Sünden und ändert so von Gott her den Zustand unseres Lebens. Er spricht über die Gaben von Brot und Wein die Dankesworte Christi, die Wandlungsworte sind - ihn selbst, den Auferstandenen, sein Fleisch und sein Blut gegenwärtig werden lassen und so die Elemente der Welt verändern: die Welt auf Gott hin aufreißen und mit ihm zusammenfügen.

So ist Priestertum nicht einfach ‚Amt‘, sondern Sakrament: Gott bedient sich eines armseligen Menschen, um durch ihn für die Menschen da zu sein und zu handeln. Diese Kühnheit Gottes, der sich Menschen anvertraut, Menschen zutraut, für ihn zu handeln und da zu sein, obwohl er unsere Schwächen kennt - die ist das wirklich Große, das sich im Wort Priestertum verbirgt.“

Buchtipp:

Joseph (Benedikt XVI.) Ratzinger: Künder des Wortes und Diener eurer Freude, Theologie und Spiritualität des Weihesakramentes. Joseph Ratzinger, Gesammelte Schriften, Band 12, Verlag Herder, Freiburg, 1. Auflage 2010. € 65.