Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2013

Erinnern für eine menschlichere Zukunft

Würzburg, (ZENIT.orgSant'Egidio) | 1043 klicks

Die Gemeinschaft Sant’Egidio begeht das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus in diesem Jahr mit einer Veranstaltung in München am 28. Januar. Gemeinsam mit Vertretern der Israelitischen Kultusgemeinde, der Erzdiözese München und Freising, der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Bayern und der Stadt München lädt sie zu einem Schweigeweg durch die Münchener Innenstadt ein. (Beginn 18.30 am Domvorplatz).

Die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 ist ein Datum der deutschen Geschichte, das mahnt: Nie wieder! Für eine christliche Gemeinschaft wie Sant’Egidio verbindet sich ein solches Gedenken vor allem mit der Frage, wie jeder Bürger zu einer menschlicheren und solidarischeren Gesellschaft beitragen kann, die jeder Form von Diskriminierung, Antisemitismus und Antiziganismus eine entschiedene Absage erteilt.

Deshalb gedenkt Sant’Egidio jedes Jahr bei öffentlichen Veranstaltungen in einer Reihe von europäischen Städten der Deportation der Juden durch die Nationalsozialisten und lädt Jugendliche aus Ost- und Westeuropa zu Tagungen im ehemaligen Vernichtungslager Auschwitz ein. Rita Prigmore, eine Sintezza aus Würzburg, unterstützt die Gemeinschaft bei dieser Arbeit. Als Kind überlebte sie medizinische Versuche im Rahmen der Zwillingsforschungen Josef Mengeles und verlor dabei ihre Zwillings-schwester. Sie wird am 28.1. auch in München sprechen.

Anlässlich des Gedenktags am 27. Januar sagte Rita Prigmore in einem Gespräch mit der Gemeinschaft Sant’Egidio: „Dieses Gedenken ist ein wichtiges Zeichen. Alle haben gemeinsam gelitten und wurden gemeinsam verfolgt: Juden, Sinti und Roma, Kranke und Behinderte, sogenanntes unwertes Leben. Mit den Juden hat alles begonnen, und deshalb ist es wichtig, dass wir uns auch im Gedenken zusammenschließen. Ich möchte mich besonders an die Jugendlichen wenden, damit sie sich diese Ereignisse zu Herzen nehmen. Sie müssen die Geschichte direkt kennen lernen, nicht nur die Zahlen, sondern die Gefühle, die Ängste, das persönliche Schicksal und Leid, damit sie auch nachvollziehen und begreifen können, warum so etwas nicht wieder geschehen darf.“