Gedenken an verstorbene Kardinäle und Bischöfe

Vor der Liebe Gottes ist alles Schlechte machtlos

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 466 klicks

Heute Morgen gedachte Papst Franziskus der in diesem Jahr verstorbenen Kardinäle und Bischöfe in einer Messe in Sankt Peter. Er sagte, die Hoffnung eines Christen habe weitaus tiefere Gründe als die Grenzen, die der Tod setze.

So sei die Hoffnung eines Christen etwas Unschlagbares, so der Pontifex, denn der Tod sei eine Tür hin zum Leben und nicht eine zusammenbrechende Brücke zwischen einer Lebensexistenz und einem tiefen Abgrund vor den Augen. Der Apostel Paulus sage, dass nichts, keine Gegenwart, keine Zukunft, Höhen, Tiefen, Kreaturen, die Gläubigen von der Liebe Gottes trennen könnten. In dieser Überzeugung liege der tiefste und unschlagbare Grund für das Vertrauen und die Hoffnung der Christen verborgen.

„Auch die dämonischen Mächte, die dem Menschen feindselig gegenüberstehen, sind gegenüber der innigen Verbindung zwischen der Liebe Jesu und denjenigen die ihn im Glauben empfangen, machtlos. Diese Wirklichkeit der treuen Liebe, die Gott für jeden von uns bereithält, hilft uns mit Unbeschwertheit und Kraft, den täglichen Weg zu gehen, der manchmal schnell passierbar ist, manchmal aber auch langsam und mühsam. Nur die Sünden der Menschen können diese Verbindung trennen; aber auch in diesem Fall wird Gott ihn immer suchen, bis er ihn erreicht hat, um mit ihm die Verbindung wieder aufzubauen, die bis über den Tod hinaus fortdauert, eine Verbindung, die in der Begegnung mit dem Vater ihren Höhepunkt hat.“

Der Pontifex räumte ein, dass häufig ein Zweifel bliebe, wenn ein geliebter Mensch sterbe und die Frage im Raum stehe, was aus seinem Leben werde, seiner Arbeit, seinem Dienst an der Kirche. Die Antwort gebe das Buch der Weisheit, wo es heiße, alle seien in der Hand Gottes, dort, wo die Hand das Zeichen für Aufnahme und Schutz sei, für eine persönliche Beziehung des Respektes und der Treue.

„Diese beflissenen Hirten, die ihr Leben dem Dienst an Gott und den Brüdern gewidmet haben, sind in den Händen Gottes. Alles von ihnen ist sicher aufbewahrt und wird nicht vom Tod angegriffen. In den Händen Gottes sind ihre von Freude und Leiden, von Hoffnung und Mühen, von Treue zum Evangelium und von der Leidenschaft für die spirituelle Rettung der ihnen anvertrauten Herde durchzogenen Tage.“

Abschließend sagte Papst Franziskus, dies seien die in den vergangenen Monaten verstorbenen Kardinäle und Bischöfe, Männer, die ihr Leben ihrer Berufung und ihrem Dienst an der Kirche gewidmet hätten, die sie „geliebt haben, wie man eine Braut liebt.“ Gott interessiere diese Barmherzigkeit und diese Widmung, nicht die menschlichen Grenzen, gegen die man kämpfen müsse, um beide zu bezeugen.

„Auch die Sünden, unsere Sünden, sind in den Händen Gottes; diese Hände sind barmherzig, in Liebe gefaltete Hände. Nicht ohne Grund wollte Jesus die Wunden auf seinen Händen behalten, um uns seine Barmherzigkeit zu zeigen. Und das sind unsere Stärke und unsere Hoffnung. Diese Wirklichkeit, voll von Hoffnung, ist die Perspektive der finalen Erlösung, des ewigen Lebens, das für die „Gerechten“ bereit steht, diejenigen, die das Wort Gottes aufnehmen und seinem Geist gefügig sind.“

Im Anschluss an seine Worte sprach Papst Franziskus noch ein spontanes Gebet:

„Beten wir auch für uns, dass der Herr uns auf diese Begegnung vorbereite. Wir wissen nicht das genaue Datum, aber die Begegnung wird es geben!“