Gegen Säkularisierung und Islam: Ökumene mit der russisch-orthodoxen Kirche und der rumänisch-orthodoxen Kirche

Gemeinsame Front gegenüber dem schleichenden Gift von Konsumismus und Relativismus

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VATIKANSTADT, 16. Oktober 2012 (ZENIT.org). - Mehr ökumenische Zusammenarbeit der katholischen mit der russisch-orthodoxen Kirche und der rumänisch-orthodoxen Kirche, um gemeinsam Front in Bezug auf die großen ethischen und sozialen Herausforderungen dieser Zeit zu machen, hält Kardinal Francesco Coccopalmerio, Präsident des Päpstlichen Rates für die Gesetzestexte (Vatikanstadt) im Projekt der Neuevangelisierung für dringend erforderlich. Dies äußerte er in seinem Redebeitrag bei der 11. Generalkongregation der Bischofssynode. Eine solche christliche einheitliche Front könne auch gegen die Säkularisierung und den Islam ein wirksames Zeichen setzen.

Der Einsatz für die „neue Evangelisierung” erfordere in den Ländern mit traditionellem Christentum eine Erneuerung in den Beziehungen zwischen der katholischen Kirche und den anderen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften. Dies gelte besonders für Europa, aber auch für den Rest der Welt.

Der Kardinal hält die Spaltung der Christen für mitverantwortlich an der Entchristlichung des alten Kontinents und auch für seinen gegenwärtigen Mangel an politischem und kulturellem Einfluss gegenüber den anderen Ländern. Deshalb müsse das gemeinsame Engagement der Christen für die „neue Evangelisierung” vorrangig werden.

Nach dem Fall des Kommunismus müssten sich die Völker des Ostens mit einer sozialen und kulturellen Situation auseinander setzen, die für sie neu sei und sie der Situation der westlichen Völker annähere. Konsumismus und Relativismus seien auch für sie das schleichende Gift geworden, das sie leider zu einer verheerenden Säkularisierung führe. Die russisch-orthodoxe Kirche sehe sich z. B. vor das Problem einer neuen sozialen Situation für die jungen Generationen gestellt, die keinerlei Ideale mehr hätten und leicht zu Opfern des sich verbreitenden Konsumdenkens werden könnten.

Gemeinsame Überlegungen oder sogar einfache Einrichtungen zu schaffen sei dringend erforderlich, die der Verbindung und Zusammenarbeit zwischen den Kirchen dienen sollten, um eine pastorale Strategie auszuarbeiten, die die verschiedenen christlichen Traditionen dazu führe, ihren missionarischen Einsatz zu beleben und fruchtbar zu machen. Und die Tradition der katholischen Kirche könne vor allem die orthodoxen Kirchen sicherlich stimulieren und unterstützen.

Gleichzeitig bestehe im zivilen Europa die dringende Notwendigkeit, dass die Christen gemeinsame Front machten, auch im Bezug auf die großen ethischen und sozialen Herausforderungen, denen sich Europa am Anfang des Jahrtausends stellen müsse.

Der Kardinal wies in diesem Zusammenhang auf das bereits bestehende Abkommen zwischen dem CCEE (Europäischer Bischofsrat) und der KEK (Konferenz Europäischer Kirchen) und das Abkommen zwischen der katholischen Kirche in Polen und dem orthodoxen Patriarchat Moskau hin.

Den großen ökumenischen Vorteil einer solchen Zusammenarbeit hält er für mehr als offensichtlich.

In ähnlicher Weise würde auch die Front der Kräfte stärker werden, die gegen die Säkularisation kämpfen. Und das würde auch dem Islam gegenüber ein außerordentliches Zeichen setzen. [jb]