"Geißel der Kinderarbeit ausrotten"

Kinderarbeit bei Zulieferbetrieben von Samsung in China

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 303 klicks

Die unabhängige Non-Profit-Organisation China Labor Watch (CLW) machte auf einen weiteren Fall von Kinderarbeit aufmerksam. Ein Zulieferunternehmen des Elektrokonzerns Samsung steht unter dem dringenden Verdacht, in seiner Fabrik in China Kinder zu beschäftigen. CLW verfolgt das Problem bei den Zuiefererbetrieben von Samsung seit geraumer Zeit. Bereits vor zwei Jahren deckte CLW einen Fall von Kinderarbeit bei einem Zulieferer des Elektrokonzerns auf.

Die Firma Shinyang Electronics in Dongguan, die von CLW der Kinderarbeit beschulidgt wird, gehört zu den Zulieferern, auf die Samsung für seine Produktion zurückgreift. Der Auftragsumfang ist jeweils saisonabhängig. Das führt dazu, dass der Lieferumfang in der Hochsaison drastisch zunehmen kann. Um das Arbeitspensum bewältigen zu können, stellt Shinyang Electronics Kinder und minderjährige Schüler an. Die Minderjährigen sind in der Regel für einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten tätig. Der Arbeitstag dauert elf Stunden; Überstunden werden nicht vergütet. Die gesetzlich vorgeschriebe Sozialversicherung wird nicht abgeführt. Die minderjährigen Arbeiter stellen ihre Arbeit nach der Hochsaison ein, und die Firma ist nicht verpflichtet, für einen Härteausgleich vorzusorgen.

CLW, berichtet in seiner Pressemitteilung vom 10. Juli 2014, dass Samsung noch am 30. Juni dieses Jahres in seinem Bericht „Global Harmony“ darauf verwiesen habe, 200 Zuliefererbetriebe überprüft und keinen Fall von Kinderarbeit festgestellt zu haben. CLW hingegen deckte mehrfach Fälle von Kinderarbeit auf. Allein bei Shinyang konnten 15 Verstöße gegen das Arbeitsrecht festgestellt werden: Kinderarbeit, unbezahlte Überstunden, Unverhältnismäßigkeit der Überstunden, Fehlen von Sozialversicherung, Fehlen eines Sicherheitstrainings, Fehlen von Sicherheitsbekleidung trotz des Umgangs mit chemischen Substanzen, unverhältnismäßig hohe Beschäftigung von Zeitarbeitern, diskriminierende Einstellungsverfahren, Unterschriften der Arbeiter auf Blanko-Arbeitsverträgen, illegale Kündigungsgründe, mögliche Bilanzfälschung, innerbetriebliche Regelungen, die die Bestrafung der Mitarbeiter gestatten, Fehlen einer Gewerkschaft und schlechte Lebensbedingungen.

Wie CLW darlegt, mache die Organisation seit zwei Jahren Samsung auf die widrigen Arbeitsbedingungen ihrer Zulieferer aufmerksam, jedoch ohne Erfolg. Der Executive Director von CLW, Li Qiang, erklärte: „Der Sozialreport von Samsung ist reine Werbung.“ Samsung habe seine Energien in die Bilanzen und Produktion investiert, was Investoren anziehe, den Arbeitern aber nicht helfe. „Das Überprüfungssystem von Samsung ist nicht effektiv und führte nicht zu einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Beschäftigten.“

Papst Franziskus wandte sich mehrfach an die Öffentlichkeit, um auf das Problem der Kinderarbeit aufmerksam zu machen. Während der Mittwochsaudienz am 11. Juni appellierte er an das öffentliche Gewissen und forderte ausdrücklich, der Kinderarbeit Einhalt zu gebieten: „Dutzende Millionen von Kindern – habt ihr richtig gehört? –, Dutzende Millionen von Kindern sind dazu gezwungen, unter entwürdigenden Bedingungen zu arbeiten, und sind Versklavung und Missbräuchen, schlechter Behandlung und Diskriminierungen ausgesetzt. Ich bringe meinen innigen Wunsch zum Ausdruck, dass die internationale Gemeinschaft den sozialen Schutz der Minderjährigen ausweiten kann, um die Geißel der Kinderarbeit auszurotten.“