Geistig Behinderte sind "Zeugen der Zartheit Gottes", so der Papst

Fordert für sie die Rolle in der Kirche, die ihnen zusteht

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CASTEL GANDOLFO, 27. September 2002 (ZENIT.org).- Johannes Paul II. hat dazu aufgefordert, die geistig Behinderten als "besondere Zeugen der Zartheit Gottes" aufzufassen und forderte, ihnen innerhalb der Kirche die Rolle zu geben, die ihnen zustehe.



Die Forderung des Heiligen Vaters erklang am Donnerstag in der päpstlichen Residenz von Castel Gandolfo, als der Papst die Abgeordneten aus 75 Ländern der internationalen Vereinigung "Glaube und Licht" empfing.

Diese Bewegung [http://www.foietlumiere.org] ist 1971 bei der ersten Pilgerfahrt nach Lourdes für geistig Behinderte entstanden. Ihre Gründer sind die Erzieherin Marie-Hélène Mathieu und Jean Vanier, der 1964 die Kommunitäten der Arche gegründet hat.

Die Vereinigung besteht heutzutage aus 1400 Gemeinschaften aus 75 Ländern auf den fünf Kontinenten und hat zum Ziel, geistig behinderten Menschen einen spirituellen Weg zu ermöglichen, ebenso ihren Verwandten und Freunden.

"Indem Ihr all diese "Kleinen" aufgenommen habt, die von geistiger Behinderung gezeichnet sind, habt Ihr in Ihnen die besonderen Zeugen der Zartheit Gottes erkannt, mit denen wir uns viel beschäftigen sollen und die einen besonderen Platz in der Kirche haben", sagte der Papst beim Treffen mit den Mitgliedern der Bewegung.

"Ihre Teilnahme in der kirchlichen Gemeinschaft öffnet den Weg zu einfachen und brüderlichen Verhältnissen, und ihre spontanen Gebete nach Art von Kindern fordern uns alle auf, uns unserem Vater im Himmel zuzuwenden", sagte der Pontifex, indem er die Lehren, die jeder Christ aus der geistigen Behinderung ziehen kann, erklärte.

Der Papst dankte "Glauben und Licht" auch für die Leistungen, die der Verein vollbringt, um diese Menschen aufzunehmen und ihre Integration im sozialen Leben zu fördern, indem er anerkannte, dass es in diesem Sinne "viel braucht, damit die Würde jedes Menschen geachtet werde, und damit niemals auf die Gabe des Lebens ein Attentat verübt werde, besonders, wenn es sich um behinderte Kinder handelt".

Junge Behinderte von "Glauben und Licht" rührten Papst Johannes Paul II. und eine halbe Million Jugendlicher vom 25. bis 28. Juli in Toronto, indem sie an verschiedenen der Höhepunkte der Weltjugendtage teilnahmen, mit ihrem Zeugnis und verschiedenen Darbietungen großartiger Choreographie.