„Gelobt sei Jesus Christus“: Bischof Kapellari begrüßt Papst Benedikt XVI.

Mariazell, „eine durch die Fürsprache Mariens reichlich fließende Quelle göttlicher Gnade“

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MARIAZELL, 8. September 2007 (ZENIT.org).- Wir veröffentlichen die Worte, mit denen der Grazer Diözesanbischof Egon Kapellari den Heiligen Vater am Samstagvormittag in Mariazell herzlich willkommen geheißen hat.



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Heiliger Vater!

Ernsthafte Christen sind geistig wetterfest und müssen manchmal – so wie heute hier in Mariazell – auch leiblich wetterfest sein. Beim Mitteleuropäischen Katholikentag im Jahr 2004 habe ich hier draußen auf dem Sportfeld, auf dem Flugfeld Pilgern gesagt: „Hoch über den Wolken scheint die kosmische Sonne durch, trotz allen Regens.“ Das gilt auch heute hier.

Wir sehen sie aber nicht. Aber, so habe ich hinzugefügt, und wiederhole es hier: In unserem Herzen – wenn wir es zulassen – scheint eine andere Sonne: die Sonne der Gerechtigkeit Jesus Christus, auf den wir heute vertieft schauen wollen.

Heiliger Vater, trotz allen Regens, wegen unserer bewährten Wetterfestigkeit, begrüße ich mit großer geistlicher Freude als Bischof dieser Diözese Graz-Seckau Sie, den Nachfolger des Apostels Petrus, am Wetter unabhängigen Höhepunkt Ihres Besuches in Österreich bei diesem marianischen Heiligtum, einer wahrhaft europäischen Adresse. Dieses Heiligtum ist mit großartiger Hilfe vieler Menschen und ihrer Gemeinschaften glanzvoll erneuert worden, wofür heute dank zu sagen ist.

Ich begrüße alle hier versammelten Pilgerinnen und Pilger aus vielen Ländern mit ihren Hirten, den Kardinälen und Bischöfen. Ich heiße willkommen die Vertreter der christlichen Ökumene, auch im Gedenken an die zeitgleich stattfindende Dritte Europäische Ökumenische Versammlung in der rumänischen Stadt Sibiu. Respektvoll grüße ich die hohen Repräsentanten des öffentlichen Lebens der Republik Österreich und ihrer Bundesländer und Gemeinden mit dem Herrn Bundespräsidenten Dr. Heinz Fischer an der Spitze. Dankbar begrüße ich die Medienschaffenden, die es unzähligen Menschen ermöglichen, mit dieser Feier verbunden zu sein. Die besondere geographische Situation der Basilika Mariazell, die jubiliert, hat ja eine starke Begrenzung der Zahl von hier Mitfeiernden verlangt. Trotzdem sind viele gekommen. Die fünf Strahlen konvergieren auf diesen Mittelpunkt hier. Diese Pilger vertreten aber alle Pfarren und alle anderen kirchlichen Gemeinschaften Österreichs und bilden miteinander ein buntes Spektrum der Katholischen Kirche in Österreich und der ganzen katholischen Weltkirche.

Heiliger Vater! Die Ihnen verfügbare Zeit ist angesichts Ihrer weltweiten Aufgaben überaus knapp bemessen. Das 850-Jahr-Jubiläum dieses Heiligtums hat Sie zu unserer Freude bewegt, dennoch als Pilger unter Pilgern am Tag seines Patroziniums – nicht Maria Schnee, sondern Maria Geburt – hier einzukehren. Millionen Glaubender oder nach dem Glauben suchender Menschen haben Mariazell als eine durch die Fürsprache Mariens reichlich fließende Quelle göttlicher Gnade erlebt, und diese Quelle fließt auch heute. Von altersher wird Maria hier angerufen als „Magna Mater Austriae“, als „Magna Domina Hungarorum“ und als „Alma Mater Gentium Slavorum“.

Das schlichte alte Gnadenbild ist zur Eucharistiefeier in die Mitte dieser Versammlung gebracht worden. Es zeigt uns Maria mit dem Christuskind. Das bedeutet: Maria will uns helfen, auf Christus zu schauen und zu hören und ihn auch anderen Menschen zu zeigen. Beim Mitteleuropäischen Katholikentag im Jahr 2004 hier in Mariazell haben die Bischöfe der acht daran beteiligten Länder an diesen Auftrag der Christen, anderen Menschen Christus zu zeigen, eindringlich erinnert.

Ihr Besuch, Heiliger Vater, der uns ehrt und sehr dankbar sein lässt, möge uns helfen, diesen Auftrag tiefer zu erfassen und anzunehmen.

Auf Christus schauend sage ich Ihnen und allen hier Versammelten in mehreren hier oft gehörten Sprachen den alten katholischen Gruß: „Gelobt sei Jesus Christus!“

[Die Gläubigen antworteten: In Ewigkeit. Amen.]

Auf Ungarisch: „Dicsértessék a Jézus Krisztus!“
Auf Kroatisch: „Hvaljen Isus i Marija!“
Auf Burgenländisch-Kroatisch, eine Sondersprache: „Hvaljen budi Jezuš Kristuš!“
Und auf Romanes beziehungsweise Burgenland-Romani: „Aschardo te ol o Jesus Christus!“
Auf Slowenisch (mir sehr vertraut, aus der Vergangenheit): „Hvaljen Jezus!“
Auf Tschechisch: „Chvála Kristu!“
Auf Slowakisch: „Pochválený bud' Ježiš Kristus!“
Auf Polnisch (ob das richtig ausgesprochen wird, werden die polnischen Mitbrüder wissen): „Niech będzie pochwalóny Jezus Chrystus!“
Auf Italienisch ist jetzt hier gesprochen, man hat es gehört: „Laudato sia Jesu Cristo!“

Und zum Abschluss zur Freude aller in der alten Sprache unserer Mutter Kirche auf Lateinisch: „Laudetur Jesus Christus!“

[Wörtliche Abschrift der Ansprache]