Gemeinsam die Gegenwart des lebendigen Gottes bezeugen

Bischof von Magdeburg bei der Synode der EKD

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MAGDEBURG, 11. November 2011 (ZENIT.org/DBK). - Anlässlich der 4. Tagung der 11. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat der Bischof von Magdeburg, Dr. Gerhard Feige, verantwortbare Lösungen in der Ökumene gefordert. Bei der Synode sagte Feige in einem Grußwort für die Deutsche Bischofskonferenz:„Jenseits von allem, was uns trennt und was uns manchmal auch Probleme bereitet, gehören wir zusammen.“ Darum gelte es trotz mancher Irritationen, Missverständnisse und Enttäuschungen nicht nachzulassen, „sich weiterhin um verantwortbare Lösungen zu bemühen – möglichst vorurteilsfrei, in gegenseitigem Vertrauen, mit Herz und Verstand, beharrlich und fair.“

Das von der EKD benannte Schwerpunktthema „Perspektiven evangelischer Mission im 21. Jahrhundert“ passe zum Wort der deutschen Bischöfe aus dem Jahr 2000 „Zeit zur Aussaat – Missionarisch Kirche sein.“ Papst Benedikt XVI. habe beim ökumenischen Gottesdienst in Erfurt deutlich gemacht: Mission und Ökumene gehören zusammen. Feige zitierte Benedikt XVI.: „Unser erster ökumenischer Dienst in dieser Zeit muss es sein, und damit der Welt die Antwort zu geben, die sie braucht.“ Damit, so Bischof Feige, werde weder die Fortführung theologischer Dialoge, die der Papst ausführlich gewürdigt habe, in Frage gestellt, noch sollten die drängenden Anfragen und Probleme nivelliert werden. „Vordringlich aber ist für den Papst, dass wir nicht einem wachsenden Säkularisierungsdruck nachgeben, sondern uns auf unseren gemeinsamen christlichen Glauben besinnen, der uns ‚Gabe und Auftrag’ zugleich ist“, so Feige.

„Der herkömmliche Weg des Christwerdens und Christbleibens entspricht nicht mehr den Bedingungen einer pluralen Gesellschaft. Der christliche Glaube ist kein Erbe mehr, das sich der Einzelne in der Kindheit und Jugend aneignet … Er wird immer mehr zu einem Angebot, das der einzelne prüft und dann bewusst annimmt oder ablehnt“, sagte Bischof Feige. An diesen Herausforderungen müssten die Kirchen gemeinsam arbeiten. „Von einem Verschwinden des Religiösen kann keineswegs die Rede sein. So begegnen wir auch in unseren Kirchen ungetauften Menschen, die sich bewusst entscheiden, Christ zu werden.“

Bischof Feige würdigte vor der EKD-Synode den eingeschlagenen ökumenischen Weg in Deutschland: „Es ist uns in der Vergangenheit gelungen, wenn auch nicht immer auf hindernisfreien, so doch auf verlässlichen ökumenischen Wegen unterwegs zu sein. Besonders dankbar und froh bin ich dabei über die positiven Erfahrungen, die wir hier in unserer Region schon seit langem miteinander gemacht haben. Bleiben wir auch künftig beieinander, stärken und ermutigen wir uns gegenseitig im Glauben an Gott und im Einsatz für die Menschen! Und lassen wir uns immer wieder aufs Neue von Gottes mächtigem Geist bewegen.“