Gemeinsame Erklärung von Papst Franziskus und Patriarch Bartholomäus I.

Auf dem Weg zur Einheit

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 394 klicks

Gegen 18.00 Uhr traf Papst Franziskus mit dem ökumenischen Patriarchen Bartholomäus I. zusammen, um eine gemeinsame Erklärung zu unterschreiben und an die Begegnung von Paul VI. und dem Patriarchen Athenagoras vor 50 Jahren zu erinnern. Die Begegnung im Heiligen Land ist gemeinsam vorbereitet worden und ist eine gemeinsame Reise der beiden Vertreter getrennter Kirchen. Beide bezeichnen die Begegnung mit den Worten:

„Unsere heutige brüderliche Begegnung ist ein erneuter und notwendiger Schritt auf dem Weg zu der Einheit, zu der allein der Heilige Geist uns führen kann, der Einheit der Verbundenheit in der legitimen Vielfalt.“

Papst Franziskus und Bartholomäus I. erinnerten sich „in tiefer Dankbarkeit an die Schritte, die zu tun der Herr uns befähigt hat“. Beide nannten die vor 50 Jahren verfasste gemeinsame Erklärung der beiden Kirchen einen wichtigen Schritt, wichtiger jedoch sei die Umarmung zwischen Paul VI. und Athenagoras gewesen. An die Erklärung schloss sich damals die Aufhebung der gegenseitigen Exkommunikation an, sowie theologische Gespräche, gegenseitige Besuche und vieles mehr. Jedoch seien sich beide bewusst, dass der Weg noch lang sei. Diesbezüglich hieß es:

„Während wir uns sehr wohl bewusst sind, dass wir das Ziel der vollen Gemeinschaft nicht erreicht haben, bekräftigen wir heute unseren Einsatz, unseren gemeinsamen Weg zur Einheit fortzusetzen, für die Christus, unser Herr, zum Vater gebetet hat: ‚Alle sollen eins sein‘.“

Die Erklärung beinhaltet verschiedene Aspekte. So wird als ein Ziel die eucharistische Tischgemeinschaft genannt. Ebenso verspricht man Zusammenarbeit und bekennt sich zu einem Dialog der Wahrheit und der Liebe.

„Es ist unsere Pflicht, uns zu bemühen, gemeinsam eine gerechte und menschliche Gesellschaft aufzubauen, in der sich niemand ausgeschlossen oder an den Rand gedrängt fühlt.“

Weitere Aspekte sind der gemeinsame Einsatz für die Schöpfung Gottes, der Einsatz für Religionsfreiheit, der interreligiöse Dialog und die Situation der Christen im Nahen Osten. In dem Text heißt es:

„In einem von Gewalt, Gleichgültigkeit und Egoismus gezeichneten geschichtlichen Kontext spüren heute viele Männer und Frauen, dass sie die Orientierung verloren haben. Gerade durch unser gemeinsames Zeugnis für die Frohe Botschaft des Evangeliums können wir den Menschen unserer Zeit helfen, den Weg wiederzuentdecken, der zu Wahrheit, Gerechtigkeit und Frieden führt.“