Gemeinsames gläubiges Gebet kann die Welt verändern

Katechese über das Gebet bei der Generalaudienz fortgeführt

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VATIKANSTADT, 18. April 2012 (ZENIT.org). – Petrus und Johannes waren verhaftet worden, was tut die Gemeinde? Sie fürchtet sich nicht, sie versammelt sich zum Gebet, um die Dinge vor Gott zu stellen und somit in einem größeren Rahmen zu lösen. So führte Papst Benedikt XVI. seine Katechesenreihe über das Gebet fort, die er vor ungefähr einem Jahr begonnen hat. Das gemeinsame Gebet biete immer eine wesentliche Antwort auf Probleme des Lebens. Die Gemeinde suche, alles Geschehen im Licht des Glaubens zu lesen und so den richtigen Weg zu finden. Und sie bete nicht um Erfolg, nicht um Schutz. Sie bete darum, dass sie fähig werde, weiterhin Christus zu verkündigen.

„Ja sie betet darum, dass der Mut des Glaubens uns nicht verlässt, auch in allen Widersprüchen dieser Welt, und dass der Mut des Glaubens uns dann die Kraft gibt, auch anderen den Weg zu Gott und zu Christus zu zeigen und so die Welt ins Rechte zu bringen.“

Wenn eine Gemeinde kraftvoll bete, bebe der Ort, wie es die Apostelgeschichte berichte. Der Glaube sei eine Kraft, der die Erde verändern, der die Menschen verändern, der die Welt gestalten könne.

„Auch darum sollen wir beten, dass die Güte Gottes offenbar wird, dass der Glaube leuchtet und dass er Menschen so gut machen und heilen, von innen her heilen kann, dass seine Wahrheit sichtbar wird.“

Die Frucht des gemeinsamen Gebetes sei der Heilige Geist, der Einheit schaffe, helfe, den Glauben zu leben und anderen den Weg zum Glauben zu zeigen.

[Wir veröffentlichen die offizielle deutsche Zusammenfassung im Wortlaut:]

Liebe Brüder und Schwestern!

Zunächst herzlichen Dank für die Geburtstagswünsche, die so freundlich und vielstimmig zu mir gedrungen sind. Vergelt’s Gott! In der Katechese kehren wir wieder in den Alltag zurück, zu dem Thema, das seit einem Jahr etwa uns beschäftigt und das immer aktuell und gerade auch in Geburtstags- und Festtagszeiten wichtig ist: das Thema „Gebet“. Ich hatte in der letzten Katechese vor Ostern über das Gebet der Kirche gesprochen, durch das sie Pfingsten erbetet hat. Nun sind wir nach Pfingsten in diesem Weg der Kirche: Petrus und Johannes waren verhaftet worden wegen der Heilung des Lahmen und der Verkündigung Jesu. Und nun, nach ihrer Freilassung, die aber prekär bleibt, versammelt sich die Gemeinde. Und was tut sie? Sie denkt nicht nach, wie man sich verteidigen kann, wie man solche Unfälle vermeiden kann, sondern sie richtet sich auf Gott hin, sie betet zusammen, um von Gott her die Lösung und den Weg zu finden. Das sagt auch uns etwas. Gebet ist immer eine wesentliche Antwort auf Fragen und Probleme unseres Lebens: die Dinge vor Gott hinstellen und damit in einem größeren Rahmen lösen. Angesichts von Gefahr und Prüfung also sucht die Urgemeinde das einmütige Gebet: Was den Aposteln widerfahren ist, geht alle an; sie alle beten miteinander. Sie fürchten sich nicht vor der Verfolgung, sondern sie sind eins im Gebet. Die Gemeinde sucht, das Geschehen im Licht des Glaubens zu lesen und so den richtigen Weg zu finden. Und sie betet nicht um Erfolg, nicht um Schutz. Sie betet darum, dass sie fähig wird, weiterhin Christus zu verkündigen. Ja sie betet darum, dass der Mut des Glaubens uns nicht verlässt, auch in allen Widersprüchen dieser Welt, und dass der Mut des Glaubens uns dann die Kraft gibt, auch anderen den Weg zu Gott und zu Christus zu zeigen und so die Welt ins Rechte zu bringen. Es wird uns erzählt, als die Gemeinde mitsammen kraftvoll gebetet hatte, „bebte der Ort“ (Apg4,31), das heißt, der Glaube ist eine Kraft, der die Erde verändern, der die Menschen verändern, der die Welt gestalten kann, in die richtige Weise hinein gestalten kann. Und dann beten sie auch darum, dass Zeichen geschehen, Heilungen, die die Wahrheit Christi zeigen. Auch darum sollen wir beten, dass die Güte Gottes offenbar wird, dass der Glaube leuchtet und dass er Menschen so gut machen und heilen, von innen her heilen kann, dass seine Wahrheit sichtbar wird. Die Frucht des gemeinsamen Gebetes ist der Heilige Geist, ist der Geist, der Einheit schafft und der uns hilft, zu glauben und mit dem Glauben zu leben und anderen den Weg zum Leben zu zeigen.

[Die deutschsprachigen Pilger grüßte der Papst mit folgenden Worten:]

Ein herzliches Grüß Gott sage ich zu allen Pilgergruppen deutscher Sprache. Ich grüße vor allem die vielen jungen Freunde, die heute da sind, besonders die Schulgruppen aus Auerbach – herzlich willkommen –, aus Vechta und aus Dießen. Und dann grüße ich natürlich besonders die Blaskapelle aus meiner Heimat, aus Waging, der sich, wie ich höre, Surberg, Otting und St. Leonhard angeschlossen haben. Vergelt’s Gott für euer Ständchen! Es war schön. Wir wollen alle die Anliegen unseres Lebens – und jeder hat seine Nöte und Probleme – ins Gebet hineinnehmen und in die Betrachtung des Wortes Gottes, dann lernen wir sehen, dass Gott da ist, auch in schwierigen Momenten, und dass alles zu einem höheren Plan gehört, den wir nicht immer verstehen, aber der gut ist. Unter der Führung des Heiligen Geistes können wir auch die schweren Situationen mutig ertragen. Der Herr segne euch alle! Vergelt’s Gott!

[© Copyright 2012 - Libreria Editrice Vaticana]