Gemeinsames Handeln von Juden und Christen

Papst Franziskus vor dem Amerikanisch-Jüdischen Komitee

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 270 klicks

Am Donnerstag empfing Papst Franziskus eine Gruppe von Vertretern des Amerikanisch-Jüdischen Komitees (AJC) im Vatikan. Die US-Organisation wurde 1906 gegründet und dient dem „Wohl und der Sicherheit der Juden in den USA, in Israel und der ganzen Welt“. Während der traditionellen Begegnung zwischen dem Papst und Vertretern des Komitees sagte der Pontifex, dass sich Juden und Christen gemeinsam ganz konkret für eine bessere Welt stark machen sollten, denn der gemeinsame Dialog müsse von einem gemeinsamen Handeln begleitet werden. Papst Franziskus führte aus:

„Neben dem Dialog ist auch wichtig festzuhalten, wie Juden und Christen zusammen für den Aufbau einer gerechteren und geschwisterlicheren Welt wirken können. Und diesbezüglich möchte ich nachdrücklich an den gemeinsamen Dienst zugunsten der Armen, der Ausgegrenzten, der Leidenden erinnern. Dieser unser Einsatz ist in dem verankert, was die Schriften bezüglich des Schutzes des Armen, der Witwe, des Waisen, des Ausländers offenbaren. Es ist eine Aufgabe, die uns von Gott anvertraut ist, die seinen Willen und seine Gerechtigkeit wiederspiegelt, eine echt religiöse Pflicht.“

Im Anschluss ging der Pontifex auf das 50jährige Jubiläum des Konzilsdokuments „Nostra Aetate“ ein, das seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil ein „unabdingbarer Bezugspunkt“ im Verhältnis zwischen Christen und Juden sei.

„Ausgehend von diesem Dokument hat sich mit erneuertem Eifer eine Betrachtung des spirituellen Erbes entwickelt, das uns vereint und das das Fundament unseres Dialogs ist. Dieses Fundament ist theologisch und nicht einfach Ausdruck unseres Wunsches nach gegenseitigem Respekt und Wertschätzung. Deshalb ist es wichtig, dass unser Dialog immer tief durch das Bewusstsein um unsere Beziehung zu Gott gekennzeichnet ist.“

Lobend sagte Papst Franziskus, das Amerikanisch-Jüdische Komitee habe einen wichtigen Beitrag zur Festigung des Verhältnisses zwischen Christen und Juden geleistet. Dieses Erbe müsse auch an die jüngeren Generationen weitergegeben werden. Wünschenswert sei ein steigendes Interesse für das interreligiöse Verhältnis auf beiden Seiten, das Papst Franziskus auch als Leitmotiv für seine Reise in das Heilige Land Ende Mai sehe. Er sagte:

„In wenigen Monaten habe ich die Freude, nach Jerusalem zu reisen, wo wir laut den Psalmen alle geboren sind und wo alle Völker eines Tages zusammenkommen werden. Begleitet mich, so bitte ich euch, mit eurem Gebet, damit diese Pilgerreise Früchte der Einheit, Hoffnung und des Friedens bringe. Schalom!“