„Gemeinsames Reden zu Gott“ und geteilte Freude: auf ökumenischer Spurensuche in Köln

Theologieprofessoren der Universität Münster auf dem Evangelischen Kirchentag 2007

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KÖLN, 12. Juni 2007 (ZENIT.org).- „Wir brauchen nicht eine gemeinsame Rede über Gott, sondern eine gemeinsame Rede zu Gott“, betonte Professor Dr. Erich Zenger auf dem Evangelischen Kirchentag in Köln.



Der emeritierte katholische Alttestamentler begab sich unter der Leitung des Ökumene-Referenten des Bistums Münster, Dr. Michael Kappes, zusammen mit seinem Kollegen von der Universität Münster, dem evangelischen Dogmatiker Dr. Michael Beintker, auf eine „ökumenische Spurensuche nach dem Gottesverständnis“.

Zenger forderte eine „Intensivierung des gemeinsamen Betens und Singens, vor allem der Psalmen“, und auch Beintker zeigte sich davon überzeugt, dass Katholiken und Protestanten tatsächlich gemeinsam zu Gott reden könnten. Schlagendster Beweis hierfür sei das Vaterunser.

Beide Kirchen könnten aber auch gemeinsam von Gott schweigen und auch gemeinsam an Gott zweifeln; darin seien sie sich heute oft noch näher. „Wir haben heute nicht nur eine Ökumene des konfessionsüberschreitenden Gotteslobs, sondern auch des konfessionsüberschreitenden Klagens“, erklärte der Systematiker. Dadurch käme es allerdings mitunter zu einer wechselseitigen Verstärkung des Zweifels.

Deshalb fuhr Beintker fort: „Wir sollten in der Ökumene der gemeinsamen Freude an Gott den Vorzug geben. Wir können die gemeinsame Freude an Gott teilen und uns vergewissern, dass wir durch das Bekenntnis zu den Konzilien von Nizäa und Konstantinopel zutiefst miteinander verbunden sind.“