Gender und Vatikan: Warnung vor Manipulation des Konzepts "Gleichstellung der Frauen"

Verzerrende Theorien können Anerkennung der Würde und Rechte der Frauen verdunkeln und behindern

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Von Susanne Czupy

ROM, 11. März 2010 (ZENIT.org).-Der Vatikan warnt vor der Manipulation des Konzepts der "Gleichstellung von Frauen". Obwohl die Verwirklichung der Gleichstellung von Männern und Frauen in den Bereichen Bildung, Beschäftigung, rechtliche Vertretung und soziale und politische Rechte im Zusammenhang mit der Gender-Gleichstellung berücksichtigt werde, so erklärte Erzbischof Celestino Migliore, Ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen, vor der UNO in New York, zeige jedoch der Sachverhalt, dass eine Manipulation dieses Konzepts sich in zunehmendem Maße an eine ideologische Ebene richte, und die wirkliche Entwicklung der Frauen verzögere.

In den letzten offiziellen Dokumenten gäbe es Interpretationen von solcher Art, die jegliche Spezifizität und Komplementarität zwischen Männern und Frauen auflösen würden. Im Rahmen der 54. Sitzung der UNO-Kommission zur Stellung der Frau, die dem Wirtschafts- und Sozialrat untergestellt ist, warnte der offizielle Vertreter des Heiligen Vaters in seiner auf Englisch gehaltenen Rede vom 8. März vor verzerrenden Theorien: "Die nichts an der Natur der Dinge ändern, jedoch bereits jeglichen ernsthaften und rechtzeitigen Fortschritt in der Anerkennung der Würde und Rechte der Frauen verdunkeln und behindern".

Fast alle Dokumente der internationalen Konferenzen oder Ausschüsse würden ferner die Verbindung zwischen der Verwirklichung der persönlichen, sozialen, wirtschaftlichen und politischen Rechte sowie dem Begriff der Gesundheit und der sexuellen und reproduktiven Rechte gegen eine gewaltsame Empfängnis, die für die integralen Bedürfnisse der Frauen und Männern in der Gesellschaft schädlich sind, betonen.

Zur gleichen Zeit würden aber die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Rechte der Frauen als unvermeidliche Bedingung und Verpflichtung nur selten erwähnt. Dieser Aspekt, betonte der Erzbischof, sei angesichts der weit verbreiteten Müttersterblichkeit in Regionen mit unzureichenden Gesundheitssystemen besonders schmerzhaft. „Eine Lösung, die die Würde der Frauen respektiert, erlaubt uns nicht, das Recht auf Mutterschaft zu umgehen, sondern verpflichtet uns, in die lokalen Gesundheitssysteme zu investieren und deren Verbesserung zu fördern, aber auch fundamentale Geburtshilfe zu leisten."

Im Jahre 1995, erinnerte Erzbischof Migliore, „proklamierte die Aktionsplattform von Peking die Menschenrechte von Frauen als unveräußerlichen, integralen und untrennbaren Bestandteil der universellen Menschenrechte. Dies ist nicht nur ein wesentlicher Faktor für das Verständnis der dem Menschen innewohnenden Würde von Frauen und Mädchen, sondern auch für deren Verwirklichung auf der ganzen Welt."

Aus diesem Grunde bekräftigte der Heilige Stuhl sein Engagement für die Förderung des Rechtsstatus der Frauen.

Anlässlich der Konferenz von Peking hat sein Aufruf an katholische Institutionen für eine dringende und konzertierte Strategie bei Mädchen und jungen Frauen, vor allem bei den Ärmsten, im Laufe der Jahre viele bedeutende Ergebnisse erwirkt und begünstigt nach wie vor ein starkes Engagement für die Umsetzung und Förderung dieser Aufgabe in der Zukunft.