Gerhoch von Reichersberg (1093-1169)

Der Kirchenreformer, Theologe und Regularkanoniker aus dem bayerischen Polling

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 323 klicks

Gerhoch von Reichersberg, der 1093 im bayerischen Polling bei Weilheim geboren wurde, stammte aus einer kinderreichen Familie. Genaue Informationen über seine Herkunft sind nicht überliefert. Nach einer Ausbildung an der Domschule in Hildesheim nahm Gerhoch um das Jahr 1117 seine Tätigkeit in Augsburg auf. Hier wurde der Augustiner-Chorherr Gerhoch Domherr und Leiter der Domschule.

Im Zuge des Investiturstreits mußte Gerhoch jedoch 1119 Augsburg verlassen. Hilfe fand er beim Salzburger Erzbischof Konrad I., der ihn 1132 zum Propst des Stiftes Reichersberg ernannte. Von 1126 bis 1132 hatte Gerhoch in Regensburg und Cham gelebt, wo er dem Schutz Konrads I. von Regensburg unterstanden hatte.

Gerhoch von Reichersberg war papsttreu, was im Jahr 1167 dazu führte, dass Kaiser Friedrich Barbarossa über sein Stift in Reichersberg die Reichsacht verhing. Gerhoch starb am 27. Juni 1169 in Reichersberg.

Noch heute lautet der Leitsatz des Stiftes Reichersberg: „Mit Freude leben“. Das Kloster kann auf eine mehr als 900 Jahr alte Geschichte zurückblicken. Der Adelige Wernher von Reichersberg hatte seinen Sitz im 11. Jahrhundert in ein Kloster umgewidmet, das seit seiner Gründung von den Augustiner-Chorherren bewohnt wird. Reichersberg lag damals im Gebiet der Diözese Passau und dem Einflussgebiet des Salzburger Erzbischofs. Die heutige barocke Gestalt erhielt die Klosteranlage nach einem Großbrand im 17. Jahrhundert. Bei dem Brand ging auch fast vollständig die mittelalterliche Bibliothek verloren. Weitere Information über das Stift Reichersberg können dieser Seite entnommen werden.