Gerung von Roggenburg (12. Jahrhundert)

Prämonstratenser und Abt

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 254 klicks

Gerung wurde von Norbert von Xanten, Gründer des Prämonstratenser-Ordens und Erzbischof von Magdeburg, zunächst nach Ursberg geschickt, das in der Nähe von Augsburg liegt. In Ursberg war 1125 von dem Edlen Wernher von Schwabegg-Balzhausen ein Kloster der Prämonstratenser errichtet worden. Hier kam Gerung für kurze Zeit unter, bis er 1126 nach Roggenburg weiterzog.

Im Zuge der Säkularisation wurde das Kloster Ursberg 1803 aufgelöst. 1884 wurde der Gebäudekomplex von dem Priester Dominikus Ringeisen erworben, der dort eine Schwesternkongregation unterbrachte, die sich vor allem der Pflege körperlich und geistig Behinderter widmete. Auch heute noch ist der Träger die Sankt-Josefs-Kongregation

In Roggenburg angekommen, sollte Gerung das dort befindliche Kloster der Prämonstratenser als Abt leiten. Das Kloster war, wie die Überlieferung berichtet, vom Grafen Bertold und seiner Frau sowie den beiden Brüdern des Grafen, Konrad und Siegfried, von Bibereck gegründet worden. Die Prämonstratenser, die sich in dem neu gegründeten Kloster ansiedelten, kamen wie Gerung aus Ursberg.

Gerung stand dem Kloster in Roggenburg bis zum seinem Tod als Abt vor; das Kloster gelangte während seiner 40-jährigen Amtszeit zu großer Blüte. 1144 erhielt es die päpstliche Anerkennung. Vom Stammkloster Roggenburg aus erfolgten weitere Klostergründungen in Adelberg bei Göppingen, in St. Luzi bei Chur, Katzis und Bendern.

Wie das Kloster der Prämonstratenser in Ursberg wurde auch die Klosteranlage in Roggenburg im Zuge der Säkularisation aufgelöst. 180 Jahre später, im Jahr 1982, wurde die Anlage wieder mit einem Konvent besiedelt. Die Abtei Windberg bei Bogen in Niederbayern übernahm den Konvent. Die Seelsorge in den Pfarreien, das Bildungszentrum für Familie, Umwelt und Kultur, das Klostermuseum, der Klostergasthof und der Klosterladen machten das Kloster in Roggenburg wieder zu einem wichtigen Bezugspunkt für die ganze Region.