Gesprächsprozess der katholischen Kirche in Deutschland

Initiative der deutschen Bischofskonferenz

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MANNHEIM, Mittwoch, 13. Juli 2011 (ZENIT.org/DBK). - Der Auftakt des von der Deutschen Bischofskonferenz initiierten Gesprächsprozesses der katholischen Kirche in Deutschland ist am 9. Juli mit einem feierlichen Gottesdienst zu Ende gegangen. 300 Teilnehmer, unter ihnen Vertreter aus den Bistümern, dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken und den Hochschulen, Ordensleute und zahlreiche kirchliche Verbändevertreter waren dazu nach Mannheim gekommen.

Übereinstimmend wurden die bisherigen Gespräche als „Dialog auf Augenhöhe“ bewertet.

Das Motto des Gesprächsforums lautet „Im Heute glauben – wo stehen wir?“ Erzbischof Robert Zollitsch, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, resümierte: „Das Wagnis hat sich gelohnt. Die Standortbestimmung, wo wir im Glauben heute stehen, war notwendig. Es gab eine Atmosphäre des Zuhörens.“

Für Kardinal Reinhard Marx ist ein Schwerpunkt, den Begriff der Communio wieder zu verdeutlichen: „Alle Getauften und Gefirmten sind Zeugen der Botschaft des Herrn.“

Bischof Franz-Josef Bode von Osnabrück würdigte die Offenheit und Transparenz, mit der das Gesprächsforum stattgefunden habe. „Ich habe in Mannheim erlebt, dass sich der Grundwasserspiegel des Vertrauens wieder gehoben hat.“

Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck betonte, es gebe keine Spaltung in der Kirche in Deutschland und auch keine Anzeichen dafür. Das Treffen in Mannheim sei ein deutliches Zeichen der Einheit gewesen.

Dr. Stefan Vesper, der Generalsekretär des „Zentralkomitees der deutschen Katholiken“ freute sich über den Vertrauensvorschuss von Seiten der Bischöfe. Dessen Präsident Alois Glück bewertete den Auftakt als gelungen: „Wir haben insgesamt ernsthafte Diskussionen mit Tiefgang geführt, ohne einander anzuklagen.“

Die Steyler Ordensfrau Schwester Miriam Altenhofen zeigte sich beeindruckt von der offenen und ehrlichen Analyse von Stärken und Schwächen der Kirche in der Gegenwart.

Erzbischof Zollitsch kündigte als weitere Schritte der nächsten Monate an, dass die Teilnehmer der Veranstaltung zunächst eine Zusammenfassung der zahlreichen, in den vielen Kleingruppen vorgebrachten Äußerungen und Einsichten erhalten würden.

Im August werde er – gemeinsam mit der für den Prozess geschaffenen Steuerungsgruppe, also Kardinal Marx und den Bischöfen Bode und Overbeck – den Papst in Castel Gandolfo über den bisherigen Verlauf des Prozesses informieren.