Gesund werden, um anderen zu helfen: Begegnung des Papstes mit den Bewohnern der „Farm der Hoffnung“

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GUARATINGUETA, 12. Mai 2007 (ZENIT.org).- Nach seiner Begegnung mit den Klarissinnen erreichte Papst Benedikt XVI. das Podium, das auf dem Sportplatz der „Fazenda da Esperança“ („Farm der Hoffnung“) in Guaratinguetá errichtet worden war. Die Begegnung des Heiligen Vaters mit der Gemeinschaft des Rehabilitationszentrums, dessen Programm das Wort Gottes zur Grundlage hat, wurde durch persönliche Zeugnisse, Musikeinlagen und andere Vorstellungen aufgelockert.



Benedikt XVI. erhielt zahlreiche Geschenke, darunter den Band „Da Esquina para o Mundo“ („Vom Stadtviertel zur Welt“) und die 10-millionste Kinderbibel Gott spricht zu seinen Kindern. Sie wurde dem Papst von der Vorsitzenden von „Kirche in Not“ Deutschlands, Antonia Willemsen, und vom Präsidenten des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“, Monsignore Winfried Pilz, übergeben.

Die minderjährigen Straßenkinder, die in den verschiedenen Fazendas leben, schenkten dem Papst den „Ring der Solidarität“. Nach dem Grußwort von P. Hans Stapel, dem 62-jährigen Gründer der „Farm der Hoffnung“, wandte sich der Papst an die versammelten 5.000 Jugendlichen.

Benedikt XVI. erinnerte sie daran, dass sich die Kirche ihrer Aufgabe immer wieder neu bewusst werden müsse, nämlich der Welt denjenigen zu Gehör zu bringen, der sagt: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern er wird das Licht des Lebens haben“ (Joh 8,12). Die Sendung des Papstes bestehe darin, in den Herzen das nicht zu trübende Licht neu zu entfachen, das das Innerste der Seele jener Menschen erhellen wolle, „die das wahre Gut und den wahren Frieden suchen, die die Welt nicht geben kann“. Gott übe keinen Zwang aus; er wolle nur, dass sich das Gewissen des Menschen öffne.

„Ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wer meine Stimme hört und die Tür öffnet, bei dem werde ich eintreten, und wir werden Mahl halten, ich mit ihm und er mit mir“ (Offb 3,20): Diese Worte Gottes erreichten „den Grund der Seele“ und erschüttern ihre „tiefsten Wurzeln“.

Durch die „Fazenda“ habe Jesus es so eingerichtet, dass die Jugendlichen an Leib und Seele gesunden könnten, und die Gesellschaft erwarte nun von ihnen, dass sie dieses wertvolle Gut der Gesundheit zu allen Mitgliedern der Gemeinschaft brächten.

Benedikt XVI. rief die jungen Bewohner der „Farm“ dazu auf, „Botschafter der Hoffnung“ zu sein. An die Drogendealer appellierte er, über ihr Handeln nachzudenken, das nur Böses hervorbringe. Das Böse, das sie durch ihre Taten hervorbrächten, werde von Jesus verurteilt, bekräftigte er.

Dank der in der Farm gebotenen Therapien und dem dazugehörigen Gebet, der Handarbeit und der Disziplin sei es schon vielen Menschen gelungen, sich von der Drogenabhängigkeit zu befreien und den Sinn des Lebens wiederzuentdecken, lobte Papst Benedikt XVI. das Werk des aus Paderborn stammenden Franziskanerpaters Hans Stapel.

„Die Wiedereingliederung in die Gesellschaft bildet zweifellos einen Beweis der Wirksamkeit eurer Initiative“, fügte der Bischof von Rom hinzu. Was aber am meisten Aufmerksamkeit errege und den große Wert der geleisteten Arbeit bezeuge, sei die Vielzahl der Bekehrungen, die Neuentdeckung Gottes und die Teilnahme am kirchlichen Leben.

„Es reicht nicht, den Leib zu heilen“, betonte Benedikt XVI. Auch die Seele gelte es zu heilen; sie müsse „mit den wertvollsten göttlichen Gaben geschmückt werden“, und all diese Gaben erhalte der Mensch durch die Taufe.
Papst Benedikt XVI. gedachte auch der zahlreichen anderen Institutionen auf der ganzen Welt, die für ein „neues Leben“ arbeiten. Er erwähnt im Einzelnen die Gruppen der „Anonymen Alkoholiker“ und der „Anonymen Drogenabhängigen“ sowie die „Pastoral der Nüchternheit“.

Der Heilige Vater schenkte den Bewohnern der „Farm der Hoffnung“ eine Muttergottes-Statue. Darüber hinaus ließ er dem Werk von P. Hans Stapel 100.000 Dollar zukommen.