Gewandhausorchester Leipzig spielt Geburtstagskonzert für Papst Benedikt

Erstes Konzert im Vatikan

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ROM, 18. April 2012 (ZENIT.org). - Am 20. April wird das Gewandhausorchester Leipzig in der Audienzhalle des Vatikans zum 85. Geburtstag des Papstes ein Konzert geben. Zur Aufführung kommt auf ausdrücklichen Wunsch des Papstes Felix Mendelssohn-Bartholdys Symphonie Nr.2 in B-Dur op.52 „Lobgesang“. Die Leitung hat Gewandhauskapellmeister Riccardo Chailly.

Bei dem Werk handelt es sich um eine Symphoniekantate für Soli, Chor und Orchester, die unter Leitung des Komponisten anlässlich der 400-Jahr-Feier der Erfindung der Buchdruckerkunst am 25. Juni 1840 in der Leipziger Thomaskirche uraufgeführt wurde. Sie ist nach der Oratorientradition des 18. Jahrhunderts komponiert und verarbeitet Psalmentexte, Texte aus dem Alten und Neuen Testament sowie das Kirchenlied „Nun danket alle Gott“. Thema sind die Rettung und Erlösung durch Gottes Hilfe und das tiefe Vertrauen auf ihn, freudiger Lobgesang auf seine Werke, aber auch der Inhalt des Römerbriefs: „So lasst uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts und ergreifen die Waffen des Lichts.“

Den Anfangs-und Schlusschor bildet der Lobgesang von Psalm 150 mit seiner Endzeile „Alles, was Odem hat, lobe den Herrn“.

Gewandhausdirektor Andreas Schulz hatte nach Erhalt der Einladung geäußert: „Wir waren noch nie zu einem Gastspiel im Vatikan. Die Einladung an uns ist eine große Ehre. Ein deutscher Papst in Rom, ein deutsches Orchester spielt unter einem italienischen Dirigenten - das ist doch eine schöne Verbindung.“

Die Audienzhalle fasst 7000 Menschen. Das Orchester reist mit 90 Musikern und 120 bis 130 Choristen sowie Solisten an. Mit dabei sein werden fast 1000 Gäste aus Sachsen.

Das große Konzert ist auch eine logistische Herausforderung. Über 100 Musikinstrumente, Instrumentenkoffer, Notenständer wollen fachgerecht transportiert werden. „Durch den Einsatz luftgefederter Fahrzeuge, spezieller Koffer für temperaturempfindliche Güter, lückenloser Temperaturmessung des Laderaums sowie kontinuierlicher Standortüberwachung wird sichergestellt, dass diese Unikate unbeschadet und rechtzeitig die Konzertsäle erreichen“, so  Vincenzo Scrudato, Geschäftsführer des Transportunternehmens. Im Notfall stehe sogar ein Flugzeug bereit.

Für die Leipziger Bürger wird das Konzert mit geringer Zeitverschiebung ohne Eintrittsgeld per Videoleinwand auf den Leipziger Markt übertragen. [jb]