Gianna Beretta Mollas Einsatz hat viele Abtreibungen verhindert

Impuls zur Aktion „Nazaret-Gebet“ 2008 der Wiener Berufungspastoral

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WIEN, 4. April 2007 (ZENIT.org).- Das Lebensbild einer liebevollen Mutter, Ehefrau und Ärztin zeichnet Gabi Kraus in ihrem Beitrag über die heilige Gianna Beretta Molla, die sterben wollte, damit das Kind in ihrem Leib leben konnte. Der Beitrag dient vor allem jenen Eltern als Ansporn, die im Rahmen der Initiative Nazaret-Gebet 2008 der Berufungspastoral der Erzdiözese Wien täglich den „Angelus“ für die Berufung ihrer Kinder beten.

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Am 16.05.2004 spricht Papst Johannes Paul II eine am 18.April 1962 gestorbene Italienerin, Gianna Beretta Molla, heilig. Wer ist diese Frau, die nur 39 Jahre alt geworden ist?

Sie arbeitet bis zum Mutterschutz vor der Geburt ihres vierten Kindes sehr erfolgreich als Ärztin, besitzt eine eigene gut gehende Praxis. Sie ist glücklich verheiratet mit einem Topmanager, der ihr berufliches Engagement sehr unterstützt. Sie ist eine liebevolle Mutter, die es schafft, Mutterschaft und Beruf zu vereinbaren. Eine Karrierefrau, deren Bilderbuchleben zu früh endet?

Gianna wird am 04.10.1922 in eine kinderreiche, tiefgläubige Familie in Magenta bei Mailand geboren. Von klein auf darf sie erleben, was es bedeutet, ein christliches Familienleben zu führen: täglicher Messbesuch, karitatives Engagement der Eltern, gemeinsames Gebet…

Mit sechs Jahren erhält sie die erste Eucharistie, die ihr von da an zur unverzichtbaren täglichen Nahrung wird. Schon mit 12 Jahren wird sie Mitglied der Katholischen Aktion und übernimmt in ihrer Oberstufenzeit selber eine Jugendgruppe. Sie ist eine durchschnittliche Schülerin, deren Leben sich nicht wesentlich von dem ihrer Mitschülerinnen unterscheidet.

Sie liebt in ihrer Freizeit Sport in den Bergen, im Sommer Bergsteigen, im Winter Schi fahren. In ihrem Inneren ist sie allerdings ihren Altersgenossinnen nicht gleich: Schon mit 15 widmet sie ihr Leben nach Exerzitientagen mit einem Jesuitenpater ganz Jesus. Aus dieser Zeit stammt ein Eintrag aus einem ihrer Hefte: „Jesus, ich verspreche dir, alles anzunehmen, was mir widerfahren wird. Lass mich nur deinen Willen erkennen.“

In diesem Sinne fühlt sie sich dazu berufen, Medizin zu studieren. Gianna absolviert nach ihrer Promotion in Medizin und Chirurgie noch eine Zusatzausbildung zur Kinderärztin. Sie ist für ihre Tätigkeit als Ärztin in Magenta (beginnend 1952) fachlich höchstqualifiziert, zur wirklich guten Ärztin macht sie aber erst ihre große Liebe zum Mitmenschen. Insbesondere gilt ihre Sorge werdenden Müttern in schwierigen Situationen. Ihr Einsatz, Hilfe und Gottvertrauen hat viele Abtreibungen verhindert.

Jahrelang ringt Gianna um ihre Berufung. Drei ihrer Geschwister haben sich bereits für den Priester- oder Ordensberuf entschieden. Gianna selber überlegt lange, ob sie als Missionarin berufen ist. Im Juni 1954 begleitet sie eine Krankenwallfahrt nach Lourdes und bittet Maria, ihr den Weg zu zeigen. Ein paar Monate später erhält sie Antwort: Sie lernt Pietro kennen. Die beiden wissen schnell, dass sie füreinander bestimmt sind. Pietro ist fasziniert von der lebensfrohen und erfolgreichen Gianna, die von ihren Patienten verehrt wird. Ihr Engagement bei der Katholischen Aktion und in der Vinzenskonferenz, sowie ihr Einsatz für mittellose Patienten und Schwangere in Notsituationen beeindrucken ihn zutiefst. Um sie zu unterstützen, lässt er ihr eine größere Arztpraxis bauen. Pietro hat Gianna von Anfang an als gleichwertigen Ehepartner akzeptiert, sie in ihrem Beruf unterstützt und gemeinsam mit ihr die Kinder erzogen.

Gianna schreibt in ihrem Brief an Pietro im Februar 1955: „Lieber Pietro! Ich möchte Dich wirklich glücklich machen und dir die Frau sein, die Du Dir wünschest – gut, verständnisvoll und bereit auch zu den Opfern, die das Leben verlangt. Ich möchte mit Dir zusammen eine echt christliche Familie aufbauen.“

Für beide ist Gott der Grundstein ihrer Ehe, durch ihn und mit ihm wollen sie ihre Liebe leben. Am 24.9.1955 werden sie in der Pfarrkirche San Martino von Magenta getraut. Auf ihrer Hochzeitsreise beschließen die Frischvermählten, täglich gemeinsam den Rosenkranz zu beten. Nach der Rückkehr von der Reise weihen sie ihre Familie dem heiligsten Herzen Jesu.