Gildas der Weise (um 500- 570)

Klostergründer und erster Abt in Saint-Gildas-en-Rhuys

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 244 klicks

Gildas wurde um 500 geboren und gilt als ältester britischer Geschichtsschreiber. Sein Werk „De excidio et conquestu Britanniae“, das er vor 547 verfasste, schildert die Geschichte Britanniens von der römischen Eroberung bis in die Gegenwart des Autors und richtet sich an die britischen Herrscher und Geistlichen, die es zu Buße und Umkehr anhält. Gildas’ sehr gute Kenntnisse der lateinischen Sprache lassen auf eine umfassende Bildung des Verfassers schließen. Er soll ein Schüler Iltuts gewesen sein.

Gildas soll verschiedene Reisen unternommen haben. 565 begab er sich nach Irland; auch nach Rom soll er gepilgert sein. Auf der Rückkehr von seiner Pilgerfahrt nach Rom gründete er das Kloster Saint-Gildas-en-Rhuys bei Vannes in der Bretagne. Das Kloster liegt auf der Halbinsel Rhuys im Golf von Morbihan und ist die älteste Klostergründung in der Bretagne. Gildas stand dem Kloster bis zu seinem Tod als Abt vor. Ab dem 9. Jahrhundert unterstand es der Regel der Benediktiner. Heute leben in dem Kloster die „Soeurs de la Charité de Saint-Louis“. Die Schwestern übernahmen das Kloster 1825, nachdem es in der Säkularisation aufgehoben worden war.

Gildas wurde nach seinem Tod als Heiliger verehrt. Das Todesjahr 570 ist umstritten.