Giovanni Angelo Salvatore Medda (1882-1958) - Bruder Nicola da Gesturi

Ein sardischer Seliger

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 348 klicks

Giovanni Angelo Salvatore Medda wurde in Gesturi bei Cagliari auf Sardinien am 5. August 1882 geboren. Mit nur 13 Jahren war Giovanni bereits Vollwaise und kam im Haus von Verwandten unter. Giuseppe besuchte die Grundschule und setzte seine Schulausbildung nicht fort, sondern arbeitete fortan in der Landwirtschaft.

Im Alter von vierzehn Jahren erhielt Giuseppe das Sakrament der Erstkommunion, was sein Leben grundlegend beeinflussen sollte. Er war sehr gläubig und verbrachte viel Zeit im Gebet. Die Entscheidung, sein Leben Gott zu weihen, traf Giuseppe jedoch erst, nachdem er von einer schweren Rheumaerkrankung geheilt worden war. Zwei Monate war er insgesamt bettlägrig gewesen, bevor er sich im März 1911 im Alter von 28 Jahren im Konvent „Sant’Antonio“ der Kapuziner in Cagliari vorstellte und darum bat, als Laienbruder in ihre Gemeinschaft aufgenommen zu werden. Giuseppe konnte hervorragende Empfehlungen seines Pfarrers vorweisen, und so wurde er angenommen. In der Folgezeit wurde er harten Prüfungen unterzogen, um die Ernsthaftigkeit seiner Absicht auf die Probe zu stellen. Am 30. Oktober 1913 nahm Giovanni schließlich den Namen Bruder Nicola da Gesturi an. Einige Monate später wurde er in den Konvent von Sanluri verlegt, wo er am 16.Februar 1919 das Gelübde ablegte. 

Im Konvent von Sassari arbeitete Bruder Nicola als Koch, bis er nach einigen weiteren Zwischenstationen schließlich in den „Convento Maggiore di Buoncammino“ nach Cagliari gelangte, wo er bis zu seinem Tod blieb. 

Bruder Nicola durchlief die Straßen kilometerweit und bat um Spenden im Namen des heiligen Franziskus. Den Menschen gefiel seine bescheidene und hilfsbereite Art sehr, sodass er eigentlich nie um Gaben bitten musste, sondern die Menschen von sich aus auf ihn zukamen. Bruder Nicola war ein sehr schweigsamer Mensch, weshalb man ihn auch „Bruder des Schweigens“ nannte. Bruder Nicola lebte in Demut, Gehorsam und Armut.

Während des Zweiten Weltkriegs war Cagliari stark von Bombenangriffen betroffen, und Bruder Nicola stand den Menschen bei, die nicht vor dem Schrecken hatten fliehen können: Arme, Kranke und alte Menschen. Sie fanden Unterschlupf im Konvent der Kapuziner, wo Bruder Nicola sie mit seinen drei Mitbrüdern betreute.

Bruder Nicola starb am 8. Juni 1958 im Kreis seiner Brüder; am 10. Juni wurde er im Beisein von 60.000 Menschen auf dem Friedhof von Bonaria bestattet. Seine sterblichen Überreste wurden am 2. Juni 1980 in die Kirche der Kapuziner in die „Cappella dell'Immaculata“ überführt, wo Bruder Nicola zu Lebzeiten oft im Gebet verweilt hatte.

Der Seligsprechungsprozess wurde im Oktober 1966 von Msgr. Botto, dem Erzbischof von Cagliari, eingeleitet. Am 3. Oktober 1999 wurde Bruder Nicola vom seligen Johannes Paul II. seliggesprochen.