Giovanni Leonardi (1541-1609)

Ordensgründer

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 330 klicks

Giovanni Leonardi wurde 1541 in dem kleinen Ort Diecimo in der Nähe von Lucca geboren. Schon während seines Pharmaziestudiums begann er, sich der Laienbruderschaft der „Colombini“ anzunähern, die den Dominikanern unterstand. Nach dem Abschluss des Studiums kehrte Giovanni zunächst in seine Heimatstadt zurück, um dort als Apotheker zu arbeiten. 1568 aber entschloss er sich, ein Theologiestudium zu absolvieren. Vier Jahre später, am 22. Dezember 1572, wurde Giovanni zum Priester geweiht.

Am 1. September 1574 gründete der Heilige gemeinsam mit zwei oder drei weiteren Priestern die Kongregation der „Preti Riformati della Beata Vergine“, die späteren „Chierici Regolari della Madre di Dio - Regularkleriker von der Mutter Gottes“. Die Kongregation widmete sich vor allem der Evangelisierung und Ausbildung des Klerus und wurde 1593 durch Papst Klemens VIII. anerkannt.

In Lucca ging Giuseppe durch die Straßen und erteilte Religionsunterricht; er suchte Gefängnisse und Krankenhäuser auf, um dort die Frohe Botschaft zu verkünden. Den Obrigkeiten muss die Tätigkeit des Heiligen missfallen haben. Wegen der Anklage öffentlicher Unruhestiftung musste Giuseppe schließlich die Republik Lucca verlassen und nach Rom fliehen.

In Rom wurde er von Papst Klemens VIII. mit der Durchführung von Reformen betraut. Auch die Förderung des Schul- und Krankenhauswesens lag dem Heiligen besonders am Herzen. Giuseppe Leonardi war außerdem an der Gründung der „Propaganda Fide“ beteiligt. Papst Klemens VIII. übergab dem heiligen Giuseppe und seiner Kongregation die Kirche und Gemeinde von Santa Maria in Portico, wo der Heilige auch seine letzte Ruhestätte fand.

Giuseppe Leonardi, der sich während der Pest um die Kranken gekümmert hatte, fiel am 9. Oktober 1609 selbst der Krankheit zum Opfer. Seine Seligsprechung erfolgte im Jahr 1861, seine Heiligsprechung am 17. April 1938 durch Papst Pius XI.