Glaube und Naturwissenschaft: Konferenz über„Ontogenese und das menschliche Leben“ in Rom

Von Marta Valle

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ROM, 26. November 2007 (ZENIT.org).- Bei Fragen, die mit dem menschlichen Embryo zu tun haben, ist der Dialog zwischen Glaube und Naturwissenschaft nicht nur möglich, sondern von großer Bedeutung. Das bekräftigten die Veranstalter der Konferenz „Ontogenese und das menschliche Leben“, die vom 15. bis zum 17. November an der Päpstlichen Hochschule Regina Apostolorum in Rom stattfand.



Die Tagung war Teil des Projekts „Science, Theology and the Ontological Quest“ (Wissenschaft, Theologie und die ontologische Frage, STOQ), das unter der Schirmherrschaft des Päpstlichen Rates für die Kultur steht und von der Päpstlichen Hochschule Regina Apostolorum, der Päpstlichen Lateranuniversität und der Päpstlichen Universität Gregoriana gemeinsam organisiert wird.

Gegenüber der Presse beleuchtete Erzbischof Gianfranco Ravasi, Präsident des genannten Dikasteriums, die Aufgabe des Projekts STOQ: Es fördere die Verbundenheit von Forschung und Studium, die auseinanderzudriften drohten, und biete „feste Anhaltspunkte für den ergiebigen Austausch zwischen Naturwissenschaft, Philosophie und Theologie, mittels eines Dialogs unter den Fachleuten dieser Gebiete“.

„Ontogenese“ bezeichnet die Entwicklung des Individuums vom Embryonen- bis zum Erwachsenendasein. Pater Rafael Pascual LC, Dekan der Philosophischen Fakultät an an der Päpstlichen Hochschule Regina Apostolorum, erläuterte diesbezüglich: „Das Studium des menschlichen Lebens von seinem Ursprung her ist in der heutigen Welt, in der wir es mit bioethischen Fragen rund um die künstliche Befruchtung, das genetische Klonen, die Experimentierung mit embryonalen Stammzellen, mit hybriden Embryonen usw. zu tun haben, von besonderem Interesse.“

Bischof Elio Sgreccia, Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben, eröffnete die Tagung mit einer Reflexion über den Beitrag der Naturwissenschaften, der Metaphysik und der Theologie zum Verständnis der Schöpfung. Gemeinsam könnten sie durch Fragen nach dem Sinn des Lebens und dem Leben nach dem Tod neues Licht auf das menschliche Leben werfen, von der Empfängnis an bis zum natürlichen Tod.

William Hurlburt, Arzt und beratender Professor am Institut für Neurowissenschaften der Stanford University in Kalifornien (USA), sprach von einer neuen Ära in der Entwicklungsbiologie. Er wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Fragen nach der Beziehung zwischen der materiellen Form und der moralischen Bedeutung des sich entwickelnden menschlichen Lebens in den Vordergrund rückten.

Scott Gilbert vom Swarthmore College in Pennsylvania, Professor für Entwicklungsgenetik, Embryologie und die Geschichte und Kritik von Biologie, deutete auf die Unvollständigkeit des genetischen Kodes zur Erklärung der embryonalen Entwicklung hin. Wie sich Gene ausdrückten, würde auch von verschiedenen Umweltfaktoren wie beispielsweise der mütterlichen Ernährung während der Schwangerschaft beeinflusst.