Glaube und Wissenschaft: Erzbischof Ravasi verteidigt duale Weltsicht
Präsident des Päpstlichen Rates für die Kultur sieht Gefahr der Extreme
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ROM, 12. Oktober 2009 (ZENIT.org).-Für eine duale Sichtweise der Welt, in der sich Wissenschaft und Glaube ergänzen, sprach sich in der letzten Woche der Präsident des Päpstlichen Rates für die Kultur, Erzbischofl Gianfranco Ravasi, aus.
Im Gespräch mit dem agnostischen französischen Genetiker Axel Kahn bekräftigte der Erzbischofl, dass es im Dialog zwischen Glaube und Wissenschaft zwei Extreme gebe: entweder den vollständigen Ausschluss der Vernunft, oder die Vernunft für alles zu halten. Die Debatte fand in der französischen Botschaft beim Heiligen Stuhl statt, die die Veranstaltung auch gemeinsam mit der Europäischen Kommission beim Heiligen Stuhl organisierte.
Wissenschaft und Glaube deckten „verschiedene Bereiche“ ab und bedienten sich „unterschiedlicher Methodologien“. Aber „sie benötigen sich gegenseitig, um sich gegenseitig im Geist einer denkenden Person zu ergänzen“, so Ravasi.
In der Wissenschaft gehe es um das „wie“, Metaphysik und Glaube fragten hingegen nach dem „warum“. Als Beispiel nannte er zwei Personen, die sich verlieben. Hier „gehen wir dauernd über das hinaus, was uns die Wissenschaft bietet, und sehen im Gesicht des anderen eine Schönheit jenseits von Objektivität“. Auch das sei „eine Frage von wahrem Wissen, obwohl sie von anderer Art ist als Geometrie und Vernunft“.
Der Präsident des Päpstlichen Rates für die Kultur konstatierte, dass „die Versuchung im Westen besteht, auf der einen Seite Theologie als Produkt einer kulturellen Paläontologie, das dazu bestimmt ist, aufgegeben zu werden, lächerlich zu machen, auf der anderen Seite, der Wissenschaft Grenzen zu ziehen, die sich auf theologische Überzeugungen stützen.“


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