Glaube will begründet sein: Kardinal Paul Poupard über die Verbreitung des Evangeliums in der heutigen Medienkultur

Mahnende Worte aus Aparecida (Brasilien): „Die Kirche ist drauf und dran, ihre Fähigkeit zu verlieren, Kultur zu schaffen“

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APARECIDA, 25. Mai 2007 (ZENIT.org).- Während der Arbeitssitzungen der V. Generalkonferenz der lateinamerikanischen und karibischen Bischöfe in Aparecida (Brasilien), die am Ende dieses Monats ihren Abschluss finden wird, stellte der Präsident der Päpstlichen Räte für die Kultur und den interreligiösen Dialog, Kardinal Paul Poupard, fest, dass „die Kirche drauf und dran ist, ihre Fähigkeit zu verlieren, Kultur zu schaffen“. Deshalb sei es notwendig, wirksamere Methoden zu entwickeln, um „Gründe der Hoffnung“ zu vermitteln.



Der Kurienkardinal, der eine Bilanz der bisherigen Arbeitssitzungen der Versammlungen zog, berichtete, dass alle Wortmeldungen durchblicken ließen, dass die Kirche gegenwärtig mit einer vorherrschenden Medienkultur zu tun habe, „die in der Regel nicht gegen uns ist“, die aber doch so lebe, „als ob es Gott nicht gäbe“.

Kardinal Poupard erklärte wies in diesem Zusammenhang auf die Notwendigkeit hin, „die Kraft wieder zu finden, um die Hoffnung zu begründen, die uns erfüllt – dies immer mit Liebenswürdigkeit“.

Die erste Herausforderung, die sich aus dem bischöflichen Treffen in Aparecida ergebe, bestehe darin, die Möglichkeit zu finden, um auf positive Weise die Überzeugung der Kirche über den Mann, die Frau, die Familie, die Liebe, das Leid, die Arbeit und die Gesellschaft zu kommunizieren. Darüber hinaus sei es notwendig, sich auch der Tatsache bewusst zu werden, dass „die Kirche in diesem Moment und unter der Wirkung dieser vorherrschenden Kultur die Fähigkeit verliert, Kultur zu schaffen“.

Kardinal Poupard lud dazu ein, den Einsatz der Kirche zugunsten der Armen in seinem vollen Sinn zu verstehen, das heißt „im weiten Sinn des Wortes: nicht nur zugunsten derer, die in materieller, sondern auch jener, die in spiritueller Hinsicht arm sind“. Der Kurienkardinal unterstrich: „Unter den jungen Menschen, die an den Rand gedrängt wurden und die die Hoffnung verloren haben, gibt es viele Arme.“

Zugleich sei es notwendig, sich mit aller Kraft dafür einzusetzen, dass das Evangelium auch „unter der herrschenden Klasse“ verkündigt werde, insbesondere unter jenen, die „von einer positivistischen und materialistischen Kultur geprägt sind“.

Dazu bedarf es nach Worten des Kardinals „einer großen Anstrengung, die auf diejenige ausgerichtet ist, die in der Welt der Medien, der Wirtschaft, der Politik, der Kultur und in allen Sektoren der Gesellschaft Entscheidungsgewalt besitzen“.