Glauben in Holland lebendig

Bezeugt durch 2000 Pilger in Rom

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VATIKAN, 25. Oktober 2002 (ZENIT.org).- Der katholische Glaube ist in Holland immer noch lebendig, obgleich die Nachrichten aus diesem Land einen anderen Eindruck erwecken. Über 2000 Pilger bekräftigten am Mittwoch durch ihre Anwesenheit bei der Generalaudienz dieses Statement.



Es waren die Pilger aus der Diözese Breda (knapp 500.000 Katholiken bei knapp über einer Million Einwohner), die mit dieser Romwallfahrt den Auftakt für die 150-Jahrfeier ihres Bistums setzten. Sie waren auch in Köln und Assisi.

Der Heilige Vater begrüßte die holländischen Pilger persönlich und ermutigte sie, weiterhin über das Thema Wallfahrt und das Motto des Bistumsjubiläum "Der Glaube unserer Taufe" zu reflektieren.

Für dieses Jubiläum wurden eine Reihe von Aktivitäten ins Leben gerufen, welche die Mission der Kirche in der heutigen Gesellschaft und im Lichte der Spiritualität unserer Taufe widerspiegeln.

Zenit gegenüber sagte Bischof Martinus Petrus M. Muskens von Breda, die große Herausforderung an die Kirche in Holland bestehe derzeit darin, zu erreichen, dass die Getauften sich wieder ihrer Taufgnade und ihrer Mission als Getaufte bewusst werden.

Die Romwallfahrt und die Begegnung mit dem Papst dienen dazu, klarzumachen, dass die Spannungen der vergangenen Jahrzehnte zwischen Rom und der holländischen Kirche überwunden sind.

Der Bischof stellte bei seiner Messe im Petersdom den Papst als Beispiel heraus und legte ihm den Beinamen "der Große" zu ob der immensen seelsorglichen Leistung in seinem 24-jährigen Pontifikat.

"Mit nie da gewesener Energie bemühte er sich um Dialog der Kirche in der Welt. Er hat alle Kontinente bereist. Dialogiert mit der Jugend auf den Weltjugendtagen, sucht Kontakt zu den anderen Religionen und betet mit ihnen in Assisi. Er war der erste Papst, der die römische Synagoge besucht, an der Jerusalemer Klagemauer gebetet und die Moschee in Damaskus besucht hat".

"Wie Petrus und Gregor der Große bricht Johannes Paul der Große die Grenzen seiner Zeit auf und legt unermüdlich Zeugnis von seinem Glauben an Gott, seinen Sohn Jesus Christus und die Gegenwart des Heiligen Geistes in der Welt von heute ab. Er verteidigt konsequent die Menschenwürde. Der Mensch ist die Basis der Zivilisation der Liebe, die er bauen will".

In seinem Interview mit Zenit sagte Bischof Muskens, dass die Medien nicht selten übertrieben haben, wenn es um die Säkularisierung seines Landes ging. "Es ist auch nicht schwieriger Katholik in Holland zu sein als überall anders auf der Welt". Andere Länder seien wesentlich säkularisierter als Holland.

"Der historische Einfluss des Kalvinismus ging auch an der katholischen Kirche nicht spurlos vorüber und hat sie gebrochen. Doch wir beweisen durch unsere Romwallfahrt unseren einheitlichen katholischen Glauben".

Ein Beweis der Lebendigkeit seiner kleinen Diözese seien die 30.000 katholischen Freiwilligen, die mehrere Stunden pro Woche im Apostolat und in der karitativen Mission tätig sind.

Daher hat das Bistum Breda ein Dokument angeregt über die Theologie des Volontariates, was eine absolute Neuheit darstellt.

"Ich hoffe auf die Zukunft, insbesondere nach dieser Woche. Bei dieser Wallfahrt haben wir uns alle persönlich und bei unseren Namen kennen gelernt. Es gibt viele junge Menschen bei uns, und wir alle haben unseren Glauben vertieft".