Glaubenskongregation appelliert „für eine glaubwürdige Evangelisierung in der Welt von heute“

Kardinal Lehmann zur „Lehrmäßigen Note zu einigen Aspekten der Evangelisierung“

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BONN, 14. Dezember 2007 (Zenit.org).- Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann sieht, in der heute vorgestellten „Lehrmäßigen Note zu einigen Aspekten der Evangelisierung“ der Kongregation für die Glaubenslehre einen „ermutigenden Appell für eine glaubwürdige Evangelisierung in der Welt von heute“. Erinnert werde in dem 24-seitigen Schreiben, das 13 Artikel in fünf Kapiteln enthält, „an grundlegende Prinzipien der Verkündigung des Evangeliums“.

Die neue Note konzentriere sich „auf die Lehre“ und bringe „grundlegende theologische Voraussetzungen“ der Evangelisation zur Sprache. „Es geht in der Erklärung vor allem um die Wiedergewinnung eines authentischen Missionsgedankens, der vor allem in der westlichen Welt aus vielen Gründen in eine Krise kam: Individualisierung und Säkularisierung, Beliebigkeit der Heilswege und Heilsmöglichkeiten für die Menschen, Verdacht der Mission auf Indoktrination, gewiss auch Ungeschicklichkeiten und einzelne Missgriffe in der Missionsgeschichte.“

Das Dokument hebt nach Worten Kardinal Lehmanns vor allem „die Vereinbarkeit von Freiheit und Wahrheit“ hervor. „Ein Missverhältnis zwischen beidem hat oft die Annahme von Mission überhaupt verhindert. Die Erklärung zeigt, dass beides sich nicht ausschließt, besonders wenn man das Verständnis des Glaubens auf die ganze Person richtet. Die Sendung der Kirche darf nicht verkürzt werden auf Ethik und Sozialarbeit, so wichtig diese auch sind. Es geht um das reale Heil und die Bedingungen, es zu gewinnen, für alle Menschen. In dieser Mission hat die Kirche weltweit einen unersetzlichen Platz.

Kirche und Mission, aber auch die missionarische Bereitschaft des einzelnen Christen stehen in einem engsten Zusammenhang. Die Heilsmöglichkeit für alle Menschen darf nicht gegen den Missionsauftrag der Kirche gestellt werden. So versucht die Note in einem Zeitalter des ‚Relativismus‘, den auch Papst Benedikt XVI. immer wieder hervorhebt und kritisiert, den Gedanken der Mission in seinem Rang hervorzuheben. Gerade die westliche Welt ist in dieser Hinsicht oft durch Missionskritik und Missionsmüdigkeit gelähmt.“

Abschließend verwies Kardinal Lehmann auf die Dokumente der Deutschen Bischofskonferenz, die das missionarische Zeugnis in Deutschland, „besonders aber die Verpflichtung zur Weltmission“ stärken sollen: „‚Zeit zur Aussaat‘ – Missionarisch Kirche sein“ (= Die deutschen Bischöfe Nr. 68), Bonn 2000; „Missionarisch Kirche sein. Offene Kirchen – Brennende Kerzen – Deutende Worte“ (= Die deutschen Bischöfe Nr. 72), Bonn 2003; „Katechese in veränderter Zeit“ (= Die deutschen Bischöfe Nr. 75), Bonn 2004, und „Allen Völkern sein Heil – Die Mission der Weltkirche“ (= Die deutschen Bischöfe Nr. 76), Bonn 2004.