Glaubenskongregation schaltet sich in Frage der wiederverheirateten Geschiedenen ein

Gegen Freiburger Handreichung

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 217 klicks

„Die Tagespost“ berichtete in den vergangenen Tagen von einem Brief von Erzbischof Gerhard Ludwig Müller an den Freiburger Erzbischof und Vorsitzendem der Deutschen Bischofskonferenz Robert Zollitsch. In diesem Brief fordert der Präfekt der Glaubenskongregation die Freiburger Handreichung zur Seelsorge an wiederverheirateten Geschiedenen zurückzuziehen. Alle Diözesanbischöfe in Deutschland erhielten eine Kopie des Briefes.

Mit der Freiburger Handreichung werde ein Vorschlag wiederaufgegriffen, den die oberrheinischen Bischöfe bereits 1993 öffentlich gemacht hatten, so Müller. Dieser besagt, dass Betroffene zur „verantwortlich getroffenen Gewissensentscheidung“ kommen können. Diese Entscheidung müsse dann vom Pfarrer und der Gemeinde respektiert werden. Erzbischof Müller sagte: „Im Gegensatz zu dieser Auffassung betont das Lehramt der Kirche, dass die Hirten die verschiedenen Situationen gut unterscheiden und die betroffenen Gläubigen zur Teilnahme am Leben der Kirche einladen sollen, bekräftigt jedoch ihre auf die Heilige Schrift gestützte Praxis, wiederverheiratete Geschiedene nicht zum eucharistischen Mahl zuzulassen.“ Er unterstrich, dass diese Position des Lehramts wohlbegründet sei. Müller warnt vor einer „Verwirrung der Gläubigen hinsichtlich der Lehre der Kirche über die Unauflöslichkeit der Ehe“.

Auch hält die Glaubenskongregation die in der Freiburger Handreichung vorgesehene „Gebetsfeier“ für geschiedene Gläubige, die eine neue zivile Verbindung eingehen, für außerordentlich problematisch. Müller betonte in seinem Brief, dass „Feiern dieser Art von Johannes Paul II. und Benedikt XVI. ausdrücklich untersagt“ worden seien. Der Entwurf biete den Anlass einer „Art Ritus“, auch wenn die Handreichung klarstelle, dass es sich bei einer solchen Feier nicht um eine „Quasi-Trauung“ handle und zu einer schlichten Gestaltung rate. Im Weiteren forderte der Präfekt der Glaubenskongregation: „Aufgrund der genannten Divergenzen ist der Entwurf der Handreichung zurückzunehmen und zu überarbeiten, damit nicht pastorale Wege offiziell gutgeheißen werden, die der kirchlichen Lehre entgegenstehen.“

Der Freiburger Entwurf führe zu Verunsicherungen, weswegen er Papst Franziskus über den Sachverhalt informiert habe.