Glaubenszeugnis der Heiligen ist Vorbild

Erzbischof Zollitsch ermutigt zum glaubwürdigen Handeln im Sinne der heiligen Hildegard

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ROM, 2. November 2012 (ZENIT.org/PM DBK). - Anlässlich der Erhebung der heiligen Hildegard zur Kirchenlehrerin vor knapp einem Monat in Rom haben in Deutschland die Dankfeierlichkeiten stattgefunden. Höhepunkt war der feierliche Dankgottesdienst in der Abtei St. Hildegard in Rüdesheim-Eibingen.

In seiner Predigt erinnerte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, an die Worte von Papst Benedikt XVI. anlässlich der Erhebungsfeier in Rom, wo der Papst sie als eine „Frau mit „prophetischem Geist“ und mit einer „ausgeprägten Liebe zur Schöpfung“ bezeichnete. Grundlage ihres Handelns sei die radikale Zuwendung zu Jesus Christus gewesen. Die Kirchenlehrerin hätte nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern durch ihre Taten überzeugt: „Dort, wo jemand überzeugend den Glauben lebt oder auch in früheren Zeiten dafür eingestanden ist, da lassen wir uns ansprechen, weil diese Zeugen mit ihrem Feuer anstecken und mit ihrem Leben anschaulich machen, wie bereichernd und frohmachend die Botschaft des Evangeliums ist. Unsere neue Kirchenlehrerin ist ein herausragendes Geschenk für uns und gibt uns auch heute noch wegweisende Impulse“, sagte Erzbischof Zollitsch.

Besonders würdigte Erzbischof Zollitsch den Einsatz der Benediktinerinnen von Eibingen, die auch in Rom anwesend waren: „Wenn wir den Menschen die Schönheit des Glaubens öffnen wollen, dann geht ein solcher Weg über die Faszination des gelebten Glaubens.“ In Eibingen seien es die Schwestern in der Nachfolge der heiligen Hildegard, die „solche Zeuginnen und Botinnen, die durch ihre Anwesenheit den Suchenden und Fragenden ein lebendiges Beispiel sein dürfen. Ich bin Ihnen und zahlreichen Gläubigen in unseren Gemeinden dankbar, dass Sie sich um dieses gelebte Zeugnis mit ganzer Hingabe mühen“, so Zollitsch.

Menschen würden sich umso mehr angesprochen fühlen, je stärker die Verkündigung der Liebe Gottes zu den Menschen und zur gesamten Schöpfung im Mittelpunkt stehen würde. Jede Aktivität hätte nur dann Bestand, wenn sie vom Geist der Liebe durchdrungen sei. Auch für die heilige Hildegard sei das Leitmotiv gewesen, ihr Leben aus der Kraft des Evangeliums zu gestalten.

Insbesondere das Allerheiligenfest würde zeigen, dass nicht nur bekannte Heilige durch ihr Leben und Wirken das Evangelium bezeugten, sondern ebenso unzählige Menschen im Verborgenen das Gesicht der Kirche im Laufe der Geschichte leuchtend mitgeprägt hätten. Erzbischof Zollitsch appellierte an die Verantwortung jedes Einzelnen, ganz im Sinne Hildegards dafür zu sorgen, dass die Schöpfung Gottes nicht unnötig belastet oder zerstört würde: „Erst recht dürfen wir nicht zulassen, dass Gene manipuliert werden, ohne die Folgen überhaupt einschätzen oder abschätzen zu können. Es ist nicht zu verantworten, dass menschliches Leben nur dann das Licht der Welt erblicken darf, wenn es gesund ist und den Vorstellungen der Eltern entspricht. Als Hüter und Hirten der Schöpfung stehen wir für das Leben.“
Die neuen Möglichkeiten der Technik und der Medizin würden heute mehr denn je einen nachhaltigen Umgang mit der Schöpfung und eine vertiefte Achtung der Würde des Menschen erfordern, was nicht selten mit der Bereitschaft zum Verzicht einherginge. Erzbischof Zollitsch lobte die Initiativen der Kirche und unterstrich, dass der Weg des christlichen Glaubens der Weg der Liebe sei.