„Gleicht euch dem Willen Gottes an, ohne persönliche Macht zu suchen"

Benedikt XVI. weiht 14 Diakone zu Priestern

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ROM, 21. Juni 2010 (ZENIT.org).- Am gestrigen Sonntag weihte Papst Benedikt XVI. 14 Diakone der Diözese Rom zu Priestern. In seiner Predigt betonte der Papst, dass der wahre Priester nicht seinen Vorteil, Selbstbestätigung und persönliche Macht suchen dürfe. Dies sei Zeichen mangelnder Liebe zu Gott und zum Nächsten, was am Schluss dazu führe, sich selbst zu verlieren.

Die Wichtigkeit des Priesters bestehe darin, dass die Menschen durch ihn zur Begegnung mit Christus geführt würden, „dem einzigen und universalen Heiland der Welt", um von ihm das neue und ewige Leben zu empfangen, „die wahre Freiheit und die volle Freude".

Ausgehend vom Evangelium des 12. Sonntags im Jahreskreis und von der Frage Jesu an die Jünger : „Für wen haltet ihr mich?"betonte Benedikt XVI. die Wichtigkeit der Tatsache, dass der Priester in das Innere der Sohnschaft Christi vordringt und „bei ihm bleibt". Im Gebet sei der Priester dazu berufen, das stets neue Antlitz des Herrn und den echtesten Inhalt seiner Sendung neu zu entdecken.

Als zweiten Punkt hob der Papst die Kreuzesnachfolge des Jüngers Christi und deren Bedeutung hervor. Eindringlich unterstrich Benedikt XVI., dass das Priestertum nie eine Weise darstellen dürfe, um die Sicherheit im Leben zu erreichen oder sich eine gesellschaftliche Stellung zu erobern.

„Wer nach dem Priestertum um der Zunahme seines persönlichen Ansehens und der eigenen Macht willen strebt, hat den Sinn dieses Dienstes in der Wurzel missverstanden." Der Priester, der seinen eigenen Ehrgeiz verwirklichen wolle, werde immer „Sklave seiner selbst und der öffentlichen Meinung bleiben". So werde er sich dem Wandel der Moden und der Meinungen anpassen und den Menschen nur das sagen, was ihnen gefällt. Er werde sich der „lebenswichtigen Beziehung mit der Wahrheit berauben und dazu kommen, morgen das zu verurteilen, was er heute gelobt hat". Ein derartiger Priester liebt für den Papst weder Gott noch die anderen, sondern nur sich selbst. Gerade dadurch laufe er Gefahr, sich selbst zu verlieren.

Priestertum hingegen müsse immer in dem Mut gründen, zu einem anderen Willen Ja zu sagen und dem Willen Gottes gleich zu werden. Dadurch werde die Originalität des Priesters nicht ausgelöscht. Er habe vielmehr die Möglichkeit, immer mehr in die Wahrheit seines Seins und seines Dienstes einzutreten.

Als dritten Punkt betonte Benedikt XVI. die Zentralstellung der Eucharistie und rief die Priester zu einem eucharistischen Leben auf. Mit dem Sakrament der Weihe werde dem Priester das Erlösungsopfer Christi anvertraut. Das Bewusstsein dieses Geschenks müsse stets wach und begeistert sein und im Mittelpunkt des priesterlichen Seins stehen.

Die Sorge um die Feier der Eucharistie solle immer mit dem Einsatz für ein eucharistisches Leben verbunden sein, das heißt für ein Leben, „das im Gehorsam gegenüber einem einzigen großen Gesetz gelebt wird, dem Gesetz der Liebe, die sich völlig schenkt und in Demut dient, ein Leben, das die Gnade des Heiligen Geistes dem Leben Jesu Christi immer ähnlicher werden lässt".