Gloria Fürstin von Thurn und Taxis: "Die Worte des Papstes sind echtes Lebenselixier"

Gespräch über Papst Johannes Paul II., seinen Nachfolger Benedikt XVI. und die Marianische Frauen-Congregation in Regensburg

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REGENSBURG, 31. August 2006 (ZENIT.org).- Neun Tage vor der Ankunft Papst Benedikts XVI. in Bayern bezeugt die 46-jährige Unternehmerin Gloria Fürstin von Thurn und Taxis im Gespräch mit ZENIT, dass ihr die Worte Benedikts XVI. "helfen, das Leben mit seinen Höhen und Tiefen zu bewältigen."



Darüber hinaus berichtet die Fürstin von der Wiederbelebung der Marianischen Frauen-Congregation in Regensburg, und sie erklärt, warum Papst Johannes Paul II. ein großer Förderer und Vewrteidiger der Rechte der Frauen war.

ZENIT: Was hat sie dazu bewegt, eine neue Marianische Frauen-Congregation (MFC) zu gründen?

--Thurn und Taxis: Es handelt sich nicht um eine Neugründung, sondern um eine Wiederbelebung. Wir, die MFC, möchten aktiv am Leben der Kirche teilnehmen. Die Wiederbelebung steht ganz im Zeichen der päpstlichen Anregung zum Engagement der Frauen in der Kirche.

ZENIT: Wie fanden sich die 140 Kandidatinnen, die ihr beitreten wollen?

--Thurn und Taxis: Als die Regensburger Pilger mit der Marianischen Männer-Congregation (MMC) in Rom waren, bemerkte meine Tochter, dass zwar die MMC da war, fragte aber, wo die Mitglieder des MFC seien. Da erklärte Prälat Wachter, dass der MFC schon vor Jahren eingeschlafen sei. Das war im Pantheon in Rom. Daraufhin beschlossen wir auf der Stelle, den Orden wieder neues Leben einzuhauchen, und es fanden sich sofort fünf Frauen als Wiederbegründerinnen. Darüber hat dann die Mittelbayerische Zeitung berichtet. Auf diesen Artikel hin haben sich 140 Damen angemeldet. Mittlerweile sind es aber noch mehr geworden.

ZENIT: Was sind die Ziele und Tätigkeiten der neuen Gründung?

--Thurn und Taxis: Die Ziele sind ein aktives Gebetsleben in der Familie und in der Gemeinde. Ein weiters Ziel besteht darin, auch unter Freunden die Schönheit und Wahrheit unseres Glaubens weiter zu bezeugen. Darüber hinaus gibt es Einkehrtage und Wallfahrten, die zur geistlichen Besinnung einladen.

ZENIT: Sie haben Papst Johannes Paul II. einmal als "Vorreiter für die Frauenrechte" bezeichnet. Was genau meinen sie damit? Welche Rechte gehören besonders verteidigt beziehungsweise gestärkt?

--Thurn und Taxis: Denken Sie nur an die Theologie des Leibes. Da hat Johannes Paul II. doch Bahnbrechendes, ja geradezu Revolutionäres geäußert. Der Mann soll die Frau ehren und lieben und sie sozusagen auf dem Silbertablett durchs Leben tragen. Weil sie die Trägerin des Lebens ist.

Der Papst geht sogar soweit, dass er dem Mann im Detail erklärt, worauf er achten muss, damit die Würde der Frau während des Zeugungsaktes nicht verletzt wird. Mehr Einsetzen für Frauenrechte geht doch eigentlich gar nicht!

Die moderne westliche Welt hat die Gleichbehandlung von Mann und Frau so weit getrieben, dass die Frauen entscheidende Rechte gegenüber dem Mann verloren haben. Da, wo sich die Gleichstellung radikalisiert und als Gleichmacherei äußert, werden Mann und Frau ihre authentischen, Gott gewollten Unterschiede abgesprochen.

Ich denke besonders an das Recht, Kinder zu bekommen. Tausende von Frauen beklagen in der Schwangerschaftsberatung, dass es der Mann ist, der "das Kind nicht möchte".

ZENIT: Gibt es auch "Männerrechte", für die sich selbst die Frauen einsetzen sollten?

--Thurn und Taxis: Zwischen Mann und Frau sollte es eigentlich nicht um "Recht und Pflicht" gehen, sondern vielmehr um liebevolle Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse des anderen.

ZENIT: Worin sehen Sie den spezifischen Beitrag der Frau im Leben von Kirche und Gesellschaft?

--Thurn und Taxis: In der Kirche sehe ich die Frauen überall außerhalb des sakralen Raumes. Der sollte meiner Ansicht nach den Männern vorbehalten bleiben. Es sieht sonst so aus, als ob wir den Männern dieses Terrain nicht gönnen und es deshalb usurpieren wollen. Das haben wir nicht nötig.

Im Übrigen sind wir Frauen diejenigen, die ein gutes Gefühl für Dramaturgie und Ästhetik haben.

ZENIT: Sie haben ein "buntes Leben" hinter sich, wenn ich das so sagen darf. Könnten Sie unseren Lesern etwas über ihren persönlichen Weg zu Gott erzählen? Welchen Stellenwert hat der Glaube in Ihrem Leben, wie zeigt er sich?

--Thurn und Taxis: Ich habe ein sehr abwechslungsreiches, schönes Leben und genieße es sehr. Es war mir immer bewusst, dass das ein Geschenk Gottes ist und dass ich dankbar dafür sein muss.

Mein Dank an Gott schließt immer auch die Bitte ein, es weiterhin gut mit mir zu meinen und mich zu beschützen. So habe ich früher gedacht, und so denke ich auch heute.

ZENIT: Die Wahl Joseph Ratzingers zum Nachfolger von Papst Johannes Paul II. hat zumindest oberflächlich ganz Deutschland in Euphorie versetzt, und nun sieht man in Benedikt XVI. eine liebenswerte Vatergestalt, die mit theologischem Tiefgang von der Liebe Gottes predigt. Wer ist der Heilige Vater für Sie?

--Thurn und Taxis: Der Papst ist für mich der Vikar Jesu Christ auf Erden. Die höchste moralische Instanz. Das ich den Papst durch Gottes gnädige Fügung schon als Kardinal kennen lernen durfte, ist ein großes Privileg, für das ich dem Herrn sehr dankbar bin.

ZENIT: Der Papst kommt jetzt bald nach Bayern. Was meinen Sie, wie kann man sich auf dieses Ereignis am Besten vorbereiten?

--Thurn und Taxis: Die Worte des Papstes, die wir aus seinen Schriften und Vorträgen haben, sind echtes Lebenselixier. Es sind Texte, die nicht nur das Herz, sondern auch die Seele und den Verstand berühren. Sie helfen, das Leben mit seinen Höhen und Tiefen zu bewältigen.

Auf den Besuch des Papstes bereitet man sich am Besten vor, indem man sich dem Gebet seiner jeweiligen Gemeinde und damit der ganzen Kirche anschließt.