Gott fordert von Christen wie Muslimen Fürsorge für die Mitmenschen

Botschaft von Erzbischof Zollitsch zum islamischen Fastenmonat Ramadan

Bonn, (DBK PM) | 327 klicks

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, hat sich zum Beginn des islamischen Fastenmonats Ramadan an die Muslime in Deutschland gewandt und ihnen im Namen der katholischen Kirche Gottes Segen gewünscht.

In seiner heute veröffentlichten Botschaft unterstreicht Erzbischof Zollitsch die Bedeutung der Christen und Muslimen gemeinsamen Tradition des Fastens. Gerade solche besonderen Zeiten des religiösen Lebens „erinnern an die kostbare Überzeugung, die Christen und Muslime im Glauben miteinander verbindet: Gott fordert von uns Fürsorge für unsere Mitmenschen.“ Diese Fürsorge zeige sich, indem der Mensch sich mit dem Notleidenden identifiziere.

Erzbischof Zollitsch erläutert in seinem Grußwort den Gedanken der Barmherzigkeit: Christentum und Islam seien der Überzeugung, dass Gott den Menschen zur Barmherzigkeit rufe. Dem christlichen Bekenntnis, dass der Mensch in seiner Zuwendung zum Nächsten Gott selbst begegne („Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“), stünden ähnliche islamische Überlieferungen zur Seite. „Wir alle sind aufgerufen, angesichts der vielen Leiden, bedingt durch Krankheit, Hunger, Kriege und Katastrophen, stets wachsam zu sein für die Bedrängnisse unserer Mitmenschen, die der tätigen Hilfe und des Gebetes bedürfen“, so Erzbischof Zollitsch.

Anlässlich der Veröffentlichung der Grußbotschaft erklärte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, dass in der jetzigen Stunde besonders die Menschen im Nahen und Mittleren Osten der Unterstützung bedürften. „Viele, die in den vergangenen Jahren einen großen Aufbruch in der arabischen Welt erhofft hatten, sind inzwischen bitter enttäuscht. Wir müssen dazu beitragen, dass nicht die schiere Hoffnungslosigkeit die Oberhand gewinnt.“ Christen und Muslime seien in gleicher Weise aufgerufen, den Leidenden – vor allem in Syrien – zu Hilfe zu kommen. „Dringend notwendige humanitäre Unterstützung aber muss so erfolgen, dass sie die Not der Menschen lindert, ohne den Konflikten zwischen religiösen und ethnischen Gruppen weitere Nahrung zu geben“.