"Gott kann uns immer verwandeln, so wie er es mit Petrus und Paulus getan hat"

Die Worte des Papstes beim heutigen Angelus-Gebet

Vatikanstadt, (ZENIT.org) | 389 klicks

Am Ende der Heiligen Messe zum Hochfest der Heiligen Apostel Petrus und Paulus zeigte sich der Heilige Vater Franziskus am Fenster seines Arbeitszimmers im Apostolischen Palast des Vatikans und leitete das gemeinsam mit den auf dem Petersplatz versammelten Gläubigen und Pilgern gesprochene Angelusgebet.

Im Folgenden veröffentlichen wir die Worte des Heiligen Vaters zur Einführung in das Mariengebet.

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[Vor dem Angelus:]

Liebe Brüder und Schwestern, guten Tag!

Seit alten Zeiten widmet die Kirche von Rom den Aposteln Petrus und Paulus ein gemeinsames Fest am gleichen Tag, dem 29. Juni. Der Glaube an Jesus Christus hat sie  zu Brüdern gemacht und durch das Martyrium wurden sie eins. Die auf menschlicher Ebene so unterschiedlichen Heiligen Petrus und Paulus wurden vom Herrn Jesus persönlich ausgewählt und beantworteten den Ruf mit ihrem ganzen Leben. In beiden Fällen hat die Gnade Christi Großes vollbracht und hat sie verwandelt. Wie sehr er sie doch verwandelt hat! Simon verleugnete Jesus im entscheidenden Moment der Passion, während Saulus die Christen erbittert verfolgte. Beide nahmen die Liebe Gottes jedoch auf und ließen sich von seiner Barmherzigkeit verwandeln; so wurden sie Freunde und Apostel Christi. Daher sprechen sie weiterhin von der Kirche und immer noch weisen sie den Weg zum Heil. Auch wenn es uns geschieht, die schwersten Sünden zu begehen und in tiefe Dunkelheit zu versinken, kann Gott uns immer verwandeln, so wie er es mit Petrus und Paulus getan hat; indem er unser Herz verwandelt und uns alles vergibt, verwandelt er unsere Dunkelheit der Sünde in ein Morgenrot des Lichts. So ist Gott: Er verwandelt uns und vergibt uns immer wie Petrus und Paulus.

Das Buch der Apostelgeschichte zeigt uns viele Züge ihres Zeugnisses. Petrus beispielsweise lehrt uns, auf die Armen mit dem Blick des Glaubens zu schauen und ihnen das zu geben, was wir an Kostbarstem haben: die Macht des Namens Jesu Christi. Dies hat er mit dem Gelähmten getan: Er hat ihm alles gegeben, das er hatte: Jesus (vgl. Apg 3,4-6).

Von Paulus wird das Damaskus-Ereignis dreimal berichtet. Dieses kennzeichnet einen Wendepunkt in seinem Leben; wir erkennen eindeutig ein Vorher und ein Nachher. Vorher war Paulus ein erbitterter Feind der Kirche. Nachher stellt er sein ganzes Leben in den Dienst des Evangeliums. Auch unser Leben kann durch die Begegnung mit dem Wort Christi vollkommen verwandelt werden. Es ist unmöglich, dieses Wort zu hören und still an seinem Platz und in den Gewohnheiten blockiert zu bleiben. Es drängt uns dazu, den Egoismus zu besiegen, den wir im Herzen tragen, um entschlossen jenem Meister nachzufolgen, der sein Leben für seine Freunde hingegeben hat. Er ist es jedoch, der uns mit seinem Wort verwandelt; er verwandelt uns; er verzeiht uns alles, wenn wir unser Herz öffnen und um Vergebung bitten.

Liebe Brüder und Schwestern, dieses Fest erweckt in uns eine große Freude, weil es uns vor das Werk der Barmherzigkeit Gottes im Herzen zweier Männer stellt. An diesen beiden Männern, die große Sünder waren, vollzog sich das Werk der Barmherzigkeit Gottes. Und Gott wollte ebenso wie Petrus und Paulus auch uns mit seiner Gnade erfüllen. Möge uns die Jungfrau Maria dabei helfen, diese wie Petrus und Paulus mit offenem Herzen aufzunehmen und nicht umsonst zu empfangen! Möge sie uns in der Stunde der Prüfung eine Stütze sein, damit wir für Jesus Christus und sein Evangelium Zeugnis ablegen können. Bitten wir heute besonders für die am letzten Tag des Jahres nominierten Metropolitanerzbischöfe, die heute Vormittag im Petersdom die Eucharistie mit mir zelebriert haben. Begrüßen wir sie gemeinsam mit ihren Gläubigen und Angehörigen mit Zuneigung und beten wir für sie!

[Nach dem Angelus:]

Liebe Brüder und Schwestern,

leider erreichen uns aus dem Irak sehr traurige Meldungen. Ich vereine mich mit den Bischöfen des Landes, die an die Regierenden den Appell richten, durch den Dialog die nationale Einheit aufrecht zu erhalten und den Krieg zu vermeiden. Ich erweise den Tausenden vor allem christlichen Familien meine Nähe, die ihre Häuser verlassen mussten und sich nun in großer Gefahr befinden. Gewalt bringt weitere Gewalt hervor; der Dialog ist der einzige Weg zum Frieden. Bitten wir die Gottesmutter darum, das irakische Volk zu behüten.

Ave Maria …

Ich heiße euch alle und besonders die Gläubigen aus Rom am Fest der heiligen Schutzpatrone dieser Stadt herzlich willkommen. Ebenso begrüße ich die Angehörigen der Metropolitanerzbischöfe, denen heute Vormittag das Pallium überreicht wurde, sowie die Delegationen, die sie begleiteten.  

Ein weiterer Gruß ergeht an die Künstler aus vielen Teilen der Welt für die Gestaltung des Blumenschmucks. Ich danke der  Pro Loco aus Rom für ihren Einsatz dafür. Die Künstler haben Großartiges geleistet, Kompliment!

Ich begrüße die Pilger aus Madagaskar, die Schüler einiger katholischen Schulen aus den Vereinigten Staaten und London; die Gläubigen aus Messina, Neapel, Neviano, Taranto, Rocca di Papa und Pezzoro sowie jene, die mit den Rad aus Cardito gekommen sind; die Gruppe „Amici del Venerabile Francesco Antonio Marucci“.

Recht herzlich empfange ich das „Forum delle Associazioni Familiari del Lazio“ und wünsche viel Erfolg für die in den kommenden Tagen stattfindenden Aktivitäten am „Istituto Pio XI.“ in Rom.

Ebenso spreche ich meine Glückwünsche für das heute Abend am Schloss Sant’Angelo veranstaltete traditionelle Feuerwerk aus. Der Erlös wird einer Initiative für junge Menschen im Heiligen Land zugutekommen.

Euch allen wünsche ich einen schönen Sonntag und ein frohes Fest der Schutzpatrone. Bitte vergesst nicht, für mich zu beten. Gesegnete Mahlzeit und auf Wiedersehen.

[Aus dem Italienischen übersetzt von Sarah Fleissner]