Gott lässt uns nie allein

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 445 klicks

Am Morgen seines 77jährigen Geburtstages legte Papst Franziskus besonderen Wert darauf, die morgendliche Messe in einem familiären Ambiente zu feiern. Aus diesem Grund wünschte er, dass das Personal des Gästehauses Santa Marta, dem derzeitigen Wohnort des Papstes, anwesend sei. Gemeinsam mit dem Papst zelebrierte der Dekan des Kardinalskollegiums, Kardinal Angelo Sodano, die Messe.

In Bezug auf das heutige Evangelium nach Mt 1,1-17 sprach Papst Franziskus über die Anwesenheit Gottes in unserem Leben.

„Ich habe einmal jemanden gehört, der gesagt hat: ‚Dieses Stück aus dem Evangelium ist wie eine Aufzählung aus dem Telefonbuch!‘ Aber nein, es ist etwas ganz anderes: Dieses Stück aus dem Evangelium ist reine Geschichte und ein hat ein wichtiges Thema. Es handelt sich um reine Geschichte, weil Gott uns seinen Sohn geschickt hat. Und Jesus ist mit dem Vater, Gott, gleichzusetzen, ebenso wie mit seiner Mutter, einer Frau. Gott ist zur Geschichte geworden. Er hat zur Geschichte werden wollen. Und mit uns. Er ist den Weg mit uns gegangen.“

Nach der ersten Sünde im Paradies habe Gott mit uns gehen wollen, mit jedem einzelnen, mit seinem Volk. Dieser Weg durchziehe die Geschichte. Die Liste der Namen im Evangelium bestehe aus Heiligen und Sündern.

„Die Sünder von hohem Niveau, diejenigen, die große Sünden begangen haben. Und Gott hat mit ihnen Geschichte geschaffen. Sünder, die eine Antwort auf alles hatten, was Gott für sie vorgesehen hatte. Denken wir an Salomon, so groß, so intelligent, und er endete, der Ärmste, dort, als er nicht wusste, wie er hieß. Aber Gott war bei ihm. Und das ist das Schöne, nicht wahr? Gott macht Geschichte mit uns. Mehr noch: Wenn Gott sagen will, wer er ist, sagt er: ‚Ich bin der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs‘. Aber was ist der Nachname Gottes? Wir sind das, jeder einzelne von uns. Er nimmt unsere Namen, um sie zu seinem Nachnamen zu machen. ‚Ich bin der Gott Abrahams, Isaaks, Jakobs, Pedros, Mariettas, Harmonys, Marisas, Simons, von allen!‘ Von uns nimmt er seinen Nachnamen. Der Nachname Gottes ist jeder von uns.“

Gott habe sich von uns seine Geschichte schreiben lassen, die wir mit Gnade und Sünden schreiben würden und er begleite uns dabei. Darin bestehe die Demut Gottes, seine Geduld und seine Liebe.

„Seine Freude besteht darin, sein Leben mit uns geteilt zu haben. Im Buch der Weisheit heißt es, dass dem Herrn Freude bereitet, unter den Menschen zu sein, mit uns. In der Annäherung von Weihnachten kommt der Gedanke: Wenn er seine Geschichte mit uns gemacht hat, wenn er seinen Nachnamen von uns genommen hat, wenn er zugelassen hat, dass wir seine Geschichte geschrieben haben, lassen wir wenigstens zu, dass er unsere Geschichte schreibt. Und das ist die Heiligkeit: ‚Zulassen, dass der Herr uns unsere Geschichte schreibt.‘ Und das ist ein Weihnachtswunsch für uns alle. Dass der Herr dir deine Geschichte schreibt und du dies zulässt. Amen!“