Gott schenkt sich an Weihnachten den Menschen

Benedikt XVI. geht bei Katechese der Generalaudienz auf die Fleischwerdung des Wortes Gottes ein

Rom, (ZENIT.org) | 1010 klicks

In der Katechese der Generalaudienz in der Aula Pauls VI. am heutigen Vormittag ging der Heilige Vater auf die Fleischwerdung des Wortes, die Inkarnation des Gottessohnes ein. Gott schenke sich uns und offenbare damit den tiefsten Sinn des Schenkens überhaupt.

[Wir dokumentieren die offizielle Zusammenfassung der Ansprache:]

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Liebe Brüder und Schwestern!

Was Weihnachten eigentlich ist, das eigentliche Zentrum von Weihnachten, hat der hl. Johannes im ersten Kapitel seines Evangeliums in einer großartigen und unerschöpflichen Form ausgedrückt mit dem Satz: „Das Wort ist Fleisch geworden“ (Joh 1,14). Das Wort, der ewige Sinn, der alles trägt und hält, ist einer unter anderen geworden, ist eingetreten in diese Geschichte. Das Wort „Fleisch“, hebräischem Sprachgebrauch gemäß, besagt hier den Menschen in seiner Ganzheit – Leib und Seele und alles, was den Menschen ausmacht –, aber doch mit Betonung auf der Zerbrechlichkeit, der Armseligkeit dieses unseres Menschseins. Gott nimmt den Menschen an, wird einer von uns, sozusagen zu einem heiligen Tausch, damit wir Kinder Gottes werden können. Und dabei zeigt uns der Herr zugleich, was eigentlich Schenken bedeutet. Weihnachten ist nicht umsonst das Fest des Schenkens; es ist zuallererst das Fest, in dem Gott uns zeigt, wie man schenkt. Er schenkt nicht etwas, er schenkt sich selbst ganz. Und ein Geschenk, in dem nicht etwas von uns selbst enthalten wäre, in dem wir nur Teures geben würden, aber nicht unser Herz investieren, wäre kein wirkliches Geschenk. Und zugleich offenbart uns die Menschwerdung Gottes, dass die Liebe Gottes nicht nur aus Worten, aus einer ewigen Gesinnung besteht, sondern aus Taten und Leiden. Er nimmt das ganze Menschsein mit all seiner Last und Mühsal, mit seiner Schönheit und Größe, aber auch mit allem Armseligen bis in die kleinen Dinge des Alltags hinein auf sich. Er trägt Leben und Schicksal eines Menschen ganz. Er kennt Armut, Not, Flucht, Verfolgung – bis hin zum Tod am Kreuz. Und hier wird er unser Erlöser. Sein Leben soll uns Beispiel sein, sagen, was glauben, was Christsein heißt: nicht nur irgendwelche fromme Gedanken oder manchmal schöne Gefühle haben, sondern glauben heißt, mit der Ganzheit seines Lebens, mit Taten und Leiden sich in dieses Geheimnis Gottes hineinbegeben, sich von ihm führen lassen. Und endlich ist Christus der Sinn und der Höhepunkt der ganzen Schöpfung. Der hl. Paulus schreibt: „Alles ist durch ihn und auf ihn hin geschaffen“ (Kol 1,16). Die Kirchenväter haben im Anschluß an Paulus Jesus und Adam gern gegenübergestellt. Christus ist der neue endgültige Mensch, in dem wirklich das Bild-Gottes-Sein voll ausgeprägt ist, und mit ihm beginnt ein neues Menschsein, in das wir hineintreten durch Taufe und Glaube.

[Die deutschsprachigen Pilger grüßte der Papst mit folgenden Worten:]

Mit Freude grüße ich die deutschsprachigen Pilger und Besucher. Im göttlichen Kind, das uns Maria, die Jungfrau, geboren hat, können wir erkennen, was der Mensch wahrhaft ist und sein soll. Öffnen wir ihm also unser Herz, dann kann der Plan der göttlichen Liebe in uns wirklich und die Welt wahrhaft gut werden. Danke.

[© 2013 – Libreria Editrice Vaticana]