"Gott schütze uns vor dem Geist der Verweltlichung"

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 426 klicks

In seiner heutigen Predigt während der Messe in Santa Marta warnte Papst Franziskus erneut davor, sich vor dem „weltlichen Geist“ zu hüten, der alles in Frage stelle, die Werte wie den Glauben. Der Pontifex bezog sich auf die erste Lesung des heutigen Tages aus dem ersten Buch der Makkabäer (1,10-15.41-43.54-57.62-64). Das Volk Gottes ziehe es vor, sich von Gott zu entfernen, wenn es etwas „Weltliches“ angeboten bekomme. Um mit dem König verhandeln zu können, verleugne es die eigenen Traditionen. Es handle sich um einen jugendlichen Progressivismus, der die Menschen glauben lasse, es sei immer besser, mit irgendeiner Entscheidung weiterzuleben, als den Gewohnheiten des Vertrauens verhaftet zu bleiben. Das Volk Gottes stelle das Existenzielle seines Daseins zur Disposition: das Vertrauen Gottes.

„Und das ist ein Widerspruch: Wir stellen nicht die Werte in Frage, sondern das Vertrauen. Und das ist das Ziel des DämonenTeufels, dem Prinzen dieser Welt, der uns mit dem Geist der Weltlichkeit weiterbringt. Und dann stellen sich die Folgen ein. Sie nehmen die Gewohnheiten der Heiden an, dann geht es noch weiter: Der König schreibt allen vor, ein Volk zu bilden, und jeder soll seine Traditionen ablegen. Das ist nicht die Globalisierung der Einheit der Nationen, jeder mit seinen Traditionen, sondern das ist die Globalisierung der vorherrschenden Gleichheit, der einheitliche Gedanke. Und dieser einheitliche Gedanke ist das Ergebnis der Verweltlichung.“

Die Vereinheitlichung der Völker unter dem Willen des Königs führe zu einer Zerstörung.

„Aber Heiliger Vater, passiert das auch heute? Ja. Denn den Geist der Weltlichkeit gibt es auch heute; auch heute lockt er uns mit der Lust darauf, progressiv zu sein und einheitlich zu denken. Wenn bei jemandem das Buch des Bundes gefunden wurde und jemand gegen das Gesetz verstieß, verurteilte der König ihn zum Tod: Und das haben wir in diesen Monaten in den Zeitungen gelesen. Diese Menschen haben mit dem Vertrauen des Herrn gehandelt; von dem Geist der Weltlichkeit geleitet, hat es die eigene Identität auf Spiel gesetzt, die Zugehörigkeit an ein Volk, ein Volk, das Gott sehr liebt, das Gott als sein Volk will.“

Papst Franziskus sagte, heute dächten viele, man müsse wie alle anderen sein, jedoch folge „darauf die Geschichte“. Auch heute opfere man Menschen.

„Aber das, was uns beruhigt, ist, dass an diesem Weg, den der weltliche Geist geht, der Prinz der Welt, der Weg der Untreue, immer der Herr bleibt, der sich nicht verneinen kann, den Treuen: Er wartet immer auf uns, er liebt uns und er vergibt uns, wenn wir, aufgrund eines Schrittes mit dem Geist der Weltlichkeit, zu ihm kommen, der treue Gott vor seinem untreuen Volk. Mit dem Geist der Kinder der Kirche bitten wir den Herrn, dass er uns mit seiner Güte, seiner Treue, vor diesem weltlichen Geist beschützt, der alles in Frage stellt; der uns beschützt und uns weitergehen lässt, wie er sein Volk in der Wüste hat vorangehen lassen, indem er es an die Hand genommen hat, so wie ein Vater sein Kind führt. An der Hand des Herrn werden wir sicher gehen!“