Gottes- und Nächstenliebe gehören auch im Eheleben zusammen

Impuls zur Aktion „Nazaret-Gebet“ 2007 der Wiener Berufungspastoral

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WIEN, 22. November 2007 (ZENIT.org).- Um das Miteinander von Gottes- und Nächstenliebe im Eheleben geht es im folgenden Beitrag, der dem Rundbrief „Familie – Weg der Kirche“ (04/2000) des Familienreferats der Erzdiözese Salzburg entnommen ist. Er will vor allem jenen Eltern als Denkanstoß dienen, die im Rahmen der Initiative Nazaret-Gebet 2007 der Berufungspastoral der Erzdiözese Wien täglich den „Angelus“ für die Berufung ihrer Kinder beten.



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Liebe zu Gott und Liebe zum Partner

Wie kann ich beides miteinander verbinden? Inmitten meines menschlichen Lebens, meiner menschlichen Liebe, mit all ihren Dimensionen, breitet sich das Geheimnis Christi aus. Das Wort wurde Fleisch...

Je tiefer ich mit Gott verbunden bin, desto tiefer finde ich zum Herzen des Partners. Je tiefer ich mit dem Partner verbunden bin, desto mehr begegne ich Gott durch ihn. Das ist ganz zentral im Sakrament der Ehe. Was ist damit gemeint? Einige Beispiele:

Gottes- und Nächstenliebe fein säuberlich getrennt: zum Beispiel nur Beten und die Familie vernachlässigen, oder nur Familie und Menschlichkeit pflegen und den Glauben vernachlässigen. Manche Männer haben Angst, wenn ihre Frauen fromm werden. Sie haben dann den Eindruck, sie verlieren ihre Frauen, oder fühlen sich einfach vernachlässigt. Was bedeutet das Ineinander von Gottes - und Nächstenliebe konkret? Jedenfalls nicht, ein gemeinsames Klosterleben zu führen. Ihr habt einen eigenen Weg! Wir müssen es von der Menschwerdung Christi her betrachten.

Es heißt nicht, dass Gott (nach der Menschwerdung) nicht mehr Gott ist und dass er als Gott nicht doch auch ganz Mensch ist. Jesus Christus ist wahrer Gott und wahrer Mensch. Die Sakramente führen diese Verbindung zwischen Gott und Mensch weiter – hinein in jeden Lebensbereich, auch hinein in die Ehe.

Das bedeutet, im menschlichen Herzen Jesu ist die göttliche Liebe gegenwärtig. Ich kann nicht mehr sagen: Gott liebt uns außerhalb dieses menschlichen Herzens Jesu.