"Gottgemäße Menschen werden": Fast 3.000 Menschen bei Vesper-Gottesdienst mit Papst Benedikt XVI. im Liebfrauendom

| 609 klicks

MÜNCHEN, 10. September 2006 (ZENIT.org).- Fast 3.000 Menschen, darunter 400 Kommunionkinder mit ihren Eltern, Religionslehrer, Seelsorger und Vertreter von Pfarreien, Jugendverbänden und kirchlichen Vereinen nahmen am Sonntagnachmittag am Vesper-Gottesdienst mit Papst Benedikt XVI. im Münchner Liebfrauendom teil. Er stand unter dem Motto "Stärke unseren Glauben".



Nach einem kurzen Gebet vor dem Tabernakel in der Sakramentskapelle, begab sich der Heilige Vater in die Krypta, um an den Gräbern der verstorbenen Erzbischöfe seines Heimatbistums zu beten. Dort befinden sich auch das Grab seines unmittelbaren Vorgängers in diesem Amt, Kardinal Julius Döpfner, sowie das Grab von Kardinal Michael Faulhaber, der ihn 1951 im Freisinger Mariendom zum Priester geweiht hatte. Anschließend zog er mit tieffroher Miene lächelnd und nach allen Seiten hin segnend durch den Altarraum und setzte sich.

Wie der Münchner Erzbischof Friedrich Kardinal Wetter in seiner Grußansprache erläuterte, handelte es sich bei den Anwesenden um entschlossene "Cooperatores veritatis" – "Mitarbeiter der Wahrheit" –, die ihrer in der Taufe zugesprochenen Sendung, "den Glauben weiterzugeben und zu bezeugen", engagiert zu entsprechen suchten. "Mit ganzer Kraft wollen wir uns einsetzen, dass der Glaube in der kommenden Generation nicht verwelkt und erstickt, sondern aufblüht und erstarkt und die Menschen am Christsein Freude finden", so der Kardinal. "Diesen Dienst wollen wir tun, in Einheit mit Ihnen." In diesem Sinn bat er den "Treuhändler Gottes", der nicht im eigenen Namen, sondern in Gottes Namen spreche: "Stärken Sie unseren Glauben!"

Nach einem Teil des Abendgebets der Kirche trat Papst Benedikt XVI. zum Ambo und ermunterte alle dazu, "gottgemäße Menschen werden". Er erklärte, dass uns das Taufkleid und das weiße Erstkommunionskleid an diese hohe Berufung erinnerten und gleichsam sagten: "Werde durch das Mitleben mit Jesus und mit der Gemeinschaft der Glaubenden, der Kirche, selbst ein heller Mensch, ein Mensch der Wahrheit und der Güte – ein Mensch, aus dem das Gute, die Güte Gottes selbst herausleuchtet."

Die Eltern bat der Heilige Vater, die Sonntagsmesse zu besuchen und das häusliche Gebet zu pflegen: "Bitte, geht mit euren Kindern in die Kirche zur sonntäglichen Eucharistiefeier. Ihr werdet sehen: Das ist keine verlorene Zeit, das hält die Familie richtig zusammen und gibt ihr ihren Mittelpunkt. Der Sonntag wird schöner, die ganze Woche wird schöner, wenn ihr gemeinsam den Gottesdienst besucht. Und bitte, betet auch zu Hause miteinander: beim Essen, vor dem Schlafengehen."

Das Beten führe nicht nur zu Gott, sondern auch zueinander, so Benedikt XVI. "Es ist eine Kraft des Friedens und der Freude. Das Leben in der Familie wird festlicher und größer, wenn Gott dabei ist und seine Nähe im Gebet erlebt wird." Die Religionslehrer forderte er auf, ihren Schülern beizubringen, "dass alle Antworten, die nicht bis zu Gott hinkommen, zu kurz sind".

Im Anschluss legten die 400 Kommunionkinder am Altar, dem Symbol für Christus, Blumensträußchen nieder, die in der Gärtnerei der Behinderteneinrichtung Franziskus-Werk in Schönbrunn, Landkreis Dachau, gebunden worden waren.

Musikalisch wurde die Vesper vom Domchor, der Capella Cathedralis und vom Domorchester unter Leitung von Karl-Ludwig Nies gestaltet. Die Vesper schloss mit dem "Salve Regina" (Sei gegrüßt, Königin, Mutter der Barmherzigkeit), dem Gruß an die Gottesmutter Maria.