Gratulation! Brief von Bischof Algermissen an die Abiturienten

„Unsere Gesellschaft und unsere Kirche brauchen Sie mit Ihrem Eifer, Ihren Ideen und Visionen"

| 2307 klicks

FULDA, 24. Juni 2009 (ZENIT.org/bpf).- Mit dem Psalmwort „Du hast meine Füße auf weiten Raum gestellt" (Ps 31,9) weist der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen die diesjährigen Abiturienten der Bischofsstadt und der kirchlichen Gymnasien darauf hin, dass das Abitur kein Endpunkt, sondern ein Ausgangspunkt ist.

„Was auch immer Sie jetzt vorhaben, welcher Weg sich auch immer für Sie jetzt auftut, Sie sollen wissen, dass Gott Sie begleiten möchte", so der Bischof.

* * *

Fulda, im Juni 2009

Liebe Abiturientin, lieber Abiturient!

Sie haben ein lang ersehntes Ziel erreicht und halten nun Ihr Abiturzeugnis in Händen. Als Ihr Bischof möchte ich Ihnen von Herzen gratulieren und Ihnen heute mit einem Wort aus der Heiligen Schrift Mut und Segen für Ihre Zukunft wünschen:

„Du hast meine Füße auf weiten Raum gestellt" (Psalm 31, 9).

Das Abitur ist kein Endpunkt, auch wenn Sie in diesen Tagen Ihren Schulalltag zurücklassen, sondern ganz im Sinne des Psalmwortes ein Ausgangspunkt. Mit Hilfe Ihrer von Gott geschenkten Fähigkeiten eröffnet sich Ihnen nun ein weiter Raum von Möglichkeiten. Jetzt gilt es mutig und entschlossen weiterzugehen und diesen weiten Raum als Chance zu sehen.

Natürlich erinnere ich mich, während ich Ihnen schreibe, an mein eigenes Abitur im Jahr 1963 und daran, was mich damals bewegt und beschäftigt hat. Nach der Freude über die bestandenen Prüfungen mischte sich die Frage ein: „Welche Perspektive tut sich auf, wie ist der Weg, auf den Gott mich führen will...?"

Was auch immer Sie jetzt vorhaben, welcher Weg sich auch immer für Sie jetzt auftut, Sie sollen wissen, dass Gott Sie begleiten möchte. Ich weiß, dass die Ausbildungs- und Berufswege heute nicht leichter geworden sind und der weite Raum einem da auch zu weit erscheinen kann. Haben Sie Vertrauen darauf, dass Gott Ihnen diesen weiten Raum schenkt, Sie aber nicht allein lässt. Wie oft fragen Menschen ängstlich in die Zeit hinein „Wie kann Gott dieses oder jenes zulassen?". Der gläubige Christ hat bestimmt nicht auf alles eine Antwort, aber er darf auf den vertrauen, der auf alles eine Antwort hat und uns in seine Zukunft führt.

In diesen Tagen, die für Sie einen wichtigen Lebensabschnitt darstellen, wünsche ich Ihnen von Herzen, dass Sie mutig und dankbar für Ihre je eigenen Begabungen in die Zukunft gehen und auch ebenso mutig Verantwortung als Christin oder als Christ in unserer Gesellschaft übernehmen. Unsere Gesellschaft und unsere Kirche brauchen Sie mit Ihrem Eifer, Ihren Ideen und Visionen. Vielleicht steht für Sie in den nächsten Monaten ein Wohnortwechsel an. Ich möchte Sie ermutigen, dort wo Sie hingehen, Kontakt aufzunehmen mit der Kirche vor Ort.

Als Ihr Bischof möchte ich Ihnen heute meine Anerkennung zum bestandenen Abitur aussprechen und wünsche Ihnen vor allem anderen Gottes Segen sowie Seine spürbare Begleitung auf dem Weg in die Zukunft.