Gregor der Große, ein Mann Gottes im Dienst der Welt – Leitfigur für heute

Gott ist die wahre Quelle der Hoffnung und des Friedens

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ROM, 28. Mai 2008 (ZENIT.org).- Benedikt XVI. führte den Gläubigen heute bei der Mittwochskatechese den heiligen Papstes Gregor den Großen (* um 540 in Rom; † 12. März 604, Rom) vor Augen, der „ein großer Papst und ein großer Kirchenlehrer“ gewesen sei. Gregor der Große war in den Jahren 590 bis 604 Bischof von Rom.



In seiner Ansprache vor den Tausenden auf dem Petersplatz zusammengekommenen Pilgern und Besuchern betonte Benedikt XVI. die Aktualität der Lehren seines Vorgängers, die seinem Leben zu entnehmen seien. Gregor sei ein „in Gott versenkter Mann“ gewesen, der dem Nächsten und den Bedürftigen seiner Zeit zur Seite gestanden war. In freier Rede erinnerte Benedikt XVI. seine Zuhörer daran, dass Gregor oft von der „Sehnsucht nach Gott“ gesprochen habe: eine Sehnsucht, die im Grund seiner Seele stets lebendig geblieben sei.

Nach der Laufbahn als römischer Verwaltungsbeamter und Präfekt der Stadt hatte sich Gregor zum Mönchsleben entschlossen und aus seinem Haus ein Kloster gemacht. Benedikt XVI. betonte, dass er sich nach dieser Zeit des monastischen Lebens, eines Lebens des ständigen Gesprächs mit dem Herrn im Hören seines Wortes, „mit Heimweh“ zurückerinnert habe, was immer wieder und immer mehr in seinen Predigten zum Vorschein komme.

Papst Pelagius habe ihn als seinen Botschafter nach Konstantinopel entsandt, um den Kaiser dazu zu bewegen, die Bemühungen zur Eindämmung der Gefahr durch die Langobarden zu unterstützen. Nach der Rückkehr nach Rom und dem Tod des Papstes wurde Gregor 590 zu dessen Nachfolger auf dem Stuhl Petri gewählt. Sofort habe sich der neue Papst um die zivile und kirchliche Neuordnung Roms gekümmert. Seine 800 Briefe bezeugten diesen unermüdlichen Einsatz.

Gregor habe sich vor allem für die friedliche Lösung der Langobardenfrage eingesetzt. Er habe dieses junge Volk mit den Augen des guten Hirten zu sehen versucht und dafür sorgen wollen, ihnen das Wort des Heiles zu verkünden. So habe Gregor als „wahrer Friedensstifter“ wesentlich zur zivilen Neuordnung Europas beigetragen.

Auch seine Kontakte mit der bayerischen katholischen Königin Theodolinda seien in diesem Zusammenhang zu sehen. Drei Ziele habe Gregor verfolgt: Er wollte die Ausbreitung der Langobarden in Italien eindämmen, Königin Theodolinda dem Einfluss der Schismatiker entziehen und ihren katholischen Glauben stärken sowie zwischen den Langobarden und den Byzantinern vermitteln, um auf der Halbinsel Frieden herzustellen und es gleichzeitig zu ermöglichen, unter den Langobarden das Evangelium zu verbreiten. Politik und Evangelisierung seien für Papst Gregor eng miteinander verbunden gewesen, betonte Benedikt XVI.

Der Heilige Vater erwähnte auch die vielgestaltige soziale Aktivität des großen Heiligen. Trotz seiner schwachen Gesundheit habe er ein intensives Arbeiten an den Tag gelegt. Sein schwache Stimme habe es notwendig gemacht, einem Diakon die Lesung seiner Predigten zu überlassen, damit die in den römischen Basiliken anwesenden Gläubigen sie auch hören konnten. „Zum Glück gibt es heute Mikrophone“, bemerkte Benedikt XVI. zur Erheiterung der Gläubigen auf dem Platz.

Das Volk Roms habe in Gregor einen festen Bezugspunkt gesehen, was ihm den Titel „Konsul Gottes“ eingetragen habe. „Trotz der sehr schwierigen Umstände, unter denen er wirken musste, gelang es ihm dank der Heiligkeit seines Lebens und seiner reichen Menschlichkeit, das Vertrauen der Gläubigen zu gewinnen und sowohl für seine Zeit als auch für die Zukunft wirklich großartige Ergebnisse zu erreichen.“

Die Sehnsucht nach Gott habe Gregor den Großen dazu geführt, sich um die Nächsten zu kümmern. „In einer unheilvollen, ja verzweifelten Zeit verstand er es, Frieden zu stiften und Hoffnung zu schenken.“ So zeige dieser Mann Gottes den Gläubigen aller Zeiten, wo die wahren Quellen des Friedens zu finden sind, woher die wahre Hoffnung kommt. Und dadurch werde er zu einer „Leitfigur auch für uns heute“.