Grenzen geben Sicherheit

Impuls zur Aktion „Nazaret-Gebet“ 2007 der Wiener Berufungspastoral

| 1179 klicks

WIEN, 3. Oktober 2007 (ZENIT.org).- Über den Wert von klaren Grenzen in der Erziehung geht es im folgenden Beitrag, der dem Rundbrief „Familie – Weg der Kirche“ (02-03/2001) des Familienreferats der Erzdiözese Salzburg entnommen ist. Er will vor allem jenen Eltern als Denkanstoß dienen, die im Rahmen der Initiative Nazaret-Gebet 2007 der Berufungspastoral der Erzdiözese Wien täglich den „Angelus“ für die Berufung ihrer Kinder beten.



* * *

Grenzen geben Sicherheit

Wichtig für die Erziehung ist vor allem,
wie die Kinder ihre Eltern erleben.
Ist der Mann ein „Liebhaber“seiner Frau?
Treten Vater und Mutter als Einheit auf?

Freiheit ohne Konsequenz führt in die Willkür, in das Chaos. Totales Gewährenlassen besagt eigentlich: Du bist mir egal (Gleichgültigkeit). Folge ist, dass man die Kinder ihren ungeordneten Neigungen überlässt und dass sie innerlich halt- und strukturlos werden. Von zu engen Grenzen kann man sich irgendwann lösen. Was aber, wenn es überhaupt keinen Halt, keine Orientierung gegeben hat?

Es genügt, einige wenige Grenzen zu setzen, die aber dafür klar. Daran halten wir konsequent fest.

Ein Beispiel: Bei einer Familie war das Wohnzimmer kindgerecht eingerichtet. Alle zerbrechlichen Sachen standen höher, aber der Hifiturm stand auf der Erde. Kinder müssen lernen, dass es ein Nein gibt; dass es etwas gibt, was sie nicht dürfen. Natürlich probieren sie aus, wie ernst es gemeint ist. Dann muss man fest bleiben.

Ebenso beim Gebrauch von Schimpfwörtern. Bei einigen kann man vielleicht weghören. Sie hören von selbst auf, weil sie nicht mehr interessant sind, wenn man keine Aufmerksamkeit dafür erhält. Bei anderen muss man klar sagen: Bei uns gibt es das nicht.

Wenn Kinder merken, ein Ja ist ein Ja und ein Nein ein Nein, dann schenkt das ihnen Sicherheit und Orientierung. Sicher kann es manchmal nötig sein, ein und dieselbe Forderung immer wieder in Ruhe zu wiederholen. Auf einmal, scheinbar aus heiterem Himmel, geht dann das Nein in ein Ja über.

Viele Eltern haben Sorge, den Willen der Kinder zu brechen. Die Erfahrung zeigt aber, dass das Ergebnis der Auseinandersetzung nicht Gebrochenheit ist, sondern Harmonie.

Natürlich ist es auch wichtig, dass Kinder die Möglichkeit haben, sich auf eine neue Situation einzustellen. Es ist daher besser zu sagen: „In einer Viertelstunde gehen wir, bitte räum deine Sachen auf“, als sie von ihrem Spiel fortzureißen.

Bei all dem ist es wichtig sicherzugehen, dass das Kind meine Forderung verstanden hat. Ich frage daher nach: „Hast du mich verstanden?“, und blicke ihm dabei in die Augen.

In diesem Zusammenhang sei nur kurz darauf verwiesen, dass natürlich auch Eltern oder Schwiegereltern auf ihre Grenzen aufmerksam gemacht werden müssen. Gewollt oder ungewollt sabotieren sie manchmal die Erziehungsmaßnahmen der Eltern.