Griechisch-katholischer Priester in der Ukraine entführt

Donezk unter Beschuss

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 245 klicks

In der ostukrainischen Stadt Donezk ist der 42jähriger griechisch-katholische Priester Tichon Kulbaka entführt worden, er wird seit Freitag vermisst. In der Millionenstadt Donezk wird seit Tagen gekämpft, nachdem die Separatisten aus den umliegenden Gebieten in die Stadt geflüchtet sind. Griechisch-katholische Priester und Gläubige der mit Rom unierten Ostkirche gelten bei den Separatisten als „Verräter“, da ihre Kirche die Maidan-Proteste im Frühling unterstützt hatte.

Der entführte Priester Kulbaka hatte bisher täglich ökumenische Friedensgebete auf dem Platz der Verfassung von Donezk organisiert, in deren Zusammenhang er die Separatisten mehrfach kritisiert hatte. Die Situation ist kritisch, dass der Priester laut einer Mitteilung der griechisch-katholischen Kirche unter Diabetes leide und täglich seine Medikamente brauche. In Donezk verschwanden bereits in der Vergangenheit wiederholt Priester, wie ein römisch-katholischer Priester, der 24 Stunden im Keller eines von den Separatisten besetzten Gebäudes des Inlandsgeheimdienstes festgehalten worden. Über sein Freikommen machte er selbst keine Angaben.

Weniger als ein Prozent der Bürger der Region Donezk bekennen sich jeweils zur griechisch-katholischen und zur römisch-katholischen Kirche, der Großteil sind orthodoxe Christen des Moskauer Patriarchats. Der Beauftragte der ukrainischen Regierung für religiöse Angelegenheiten, Wolodimir Juschkewitsch, hat nun den orthodoxen Metropoliten von Donezk, Hilarion, um Hilfe gebeten.