Große Abschlussmesse: Der Heilige Geist – sprudelndes Wasser, das zu Gott führt

Internationaler Weltjugendtag 2011 in Madrid (Spanien)

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ROM, 20. Juli 2008 (ZENIT.org).- Eine halbe Stunde fuhr Papst Benedikt XVI. mit dem Papamobil durch die Menge der rund 350.000 Jugendlichen, die im Hippodrom von Randwick zur Abschlussmesse des 23. Weltjugendtages zusammengekommen waren. Es handelte sich um den größten Event, der je in Australien zu sehen war.



Bei seiner Ankunft überflog der Heilige Vater das Feld im Helikopter, um dann gemeinsam mit 26 Kardinälen, 420 Bischöfen und über 3.000 konzelebrierenden Priestern die heilige Messe zu feiern. Hubschrauber der Polizei garantierten vom Himmel aus die Sicherheit des Papstes. Die Messgesänge wurden vom Chor der St. Mary’s Cathedral gestaltet, der 300 Sänger und 80 Orchestermitglieder umfasst.

Während der Eucharistiefeier firmte Benedikt XVI. 24 Jugendliche. Die Fürbitten wurden auf Deutsch, Englisch, Sudanesisch, Polnisch, Vietnamesisch und Arabisch gebetet.

Nach dem Gottesdienst hielt der Heilige Vater die traditionelle Ansprache zum Gebet des Angelus und lud die Jugend der Welt zum kommenden Weltjugendtag 2011 nach Madrid (Spanien) ein.

In seiner Predigt beleuchtete Benedikt XVI. Gegenwart und Wirken des Heiligen Geistes, die das Evangelium bis an die Grenzen der Erde predigen lassen, und er betete dafür, dass „diese große Versammlung, die junge Menschen aus allen Völkern unter dem Himmel vereint, ein neuer Abendmahlssaal sei“.

Ausgehend vom Motto des 23. Weltjugendtages („Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird“) betonte der Papst die besondere Bedeutung dieser Worte für die Firmlinge. Aber auch alle andere würden tagtäglich durch seine Gnadengaben in der Heiligen Eucharistie wachsen, um in seiner Kraft „ein Leib und ein Geist in Christus“ zu werden.

Die Kraft des Heiligen Geistes ist nach Worten Benedikts XVI. die Kraft des göttlichen Lebens, Quelle des neuen Lebens in Christus; die Seele der Kirche; die Liebe, die uns mit dem Herrn und untereinander verbindet, und das Licht, das unsere Augen öffnet, damit wir die Wunder der Gnade Gottes sehen, die uns umgeben.

Die Gnade der Sakramente lasse diese Kraft des Heiligen Geistes auch in unserem Innersten wie einen unterirdischen Fluss fließen, der den menschlichen Geist nähre und ihn immer näher zur Quelle des wahren Lebens ziehe, Christus selbst.

Der Heilige Geist sei das Geschenk der Liebe Gottes. „Wir müssen sie die harte Kruste unserer Gleichgültigkeit, unserer geistlichen Trägheit und unserer blinden Anpassung an den Geist dieser Zeit durchbrechen lassen. Nur dann können wir sie unsere Vorstellungskraft entflammen und unsere tiefsten Sehnsüchte formen lassen“, so der Papst.

Benedikt XVI. fragte die Jugendlichen: „Was werdet Ihr der nächsten Generation hinterlassen? Baut Ihr Euer Leben auf festen Fundamenten und errichtet Ihr etwas, das Bestand haben wird? Lebt Ihr Euer Leben auf eine Weise, die inmitten einer Welt, die Gott vergessen will oder ihn im Namen einer falsch verstandenen Freiheit sogar ablehnt, Raum schafft für den Geist? Wie setzt Ihr die Gaben ein, die ihr empfangen habt, die „Kraft“, die der Heilige Geist auch jetzt in Euch freisetzen möchte? Welches Erbe werdet Ihr jenen jungen Menschen hinterlassen, die nach Euch kommen? Welchen Unterschied werdet Ihr machen?“

Die Kraft des Geistes richte auf die Zukunft aus. Der Geist ist, so der Heilige Vater, „Unterpfand der Hoffnung und der Erlösung von allem, was uns verarmen lässt“.

Der Christ sei deshalb dazu berufen, zum Aufbau einer Welt beizutragen, in der das Leben angenommen, geachtet und geliebt und nicht abgelehnt, wie eine Bedrohung gefürchtet und zerstört wird.

Die Welt brauche diese Erneuerung. Das Evangelium offenbare die Würde der Menschen als Männer und Frauen, die als Abbild Gottes und ihm ähnlich geschaffen wurden. „Es offenbart die erhabene Berufung der Menschheit, die darin besteht, die Erfüllung in der Liebe zu finden. Es erschließt uns die Wahrheit über den Menschen und die Wahrheit über das Leben.“ Auch die Kirche brauche Erneuerung, den Glauben, Idealismus und die Großherzigkeit der Jugend.

Zum Schluss seiner Predigt betete der Papst für die Ausgießung der Gaben des Heiligen Geistes auf alle Anwesenden, auf die Stadt Sydney, auf Australien und auf das ganze Volk: „Jeder von uns sei im Geist der Weisheit und der Vernunft erneuert, dem Geist des rechten Urteils und des Mutes, dem Geist der Erkenntnis und der Frömmigkeit, dem Geist des Staunens und der Furcht vor Gott!“