Große Ausstellung zur 500jährigen Geschichte der Schweizergarde

| 1077 klicks

ROM, 31. März 2006 (ZENIT.org).- Unter dem Titel "Die Päpstliche Schweizergarde – 500 Jahre Geschichte, Kunst und Leben" wurde am 29. März zum 500jährigen Jubiläum der Leibgarde des Heiligen Vaters (vgl. www.schweizergarde.org) im "Braccio Carlo Magno" (Petersplatz) eine Ausstellung eröffnet. Sie endet am 30. Juli.



Die Schweizergarde, die seit einem halben Jahrtausend dem Schutz der Päpste dient, ist der kleinste, älteste und am meisten fotografierte Armeekorps der Welt. Die Ausstellung gewährt dem Publikum Einblick in seine Geschichte und zeigt Dokumente und Gegenstände aus italienischen und internationalen Museen.

Die vom Kommando der Schweizergarde geförderte Sammlung ist von der Ständigen Kommission zum Schutz der Kunst- und Kulturgüter des Heiligen Stuhls in Zusammenarbeit mit einem Expertenkomitee organisiert worden. Sie steht unter der Schirmherrschaft von Monsignore Mauro Piacenza, Präsident der Päpstlichen Kommission für die Kulturgüter der Kirche; Jean-Frédéric Jauslin, Direktor des Schweizer Föderalen Kulturbüros; Marco Carneroni, Direktor des für die kulturelle Außenpolitik der Schweiz zuständigen Zentrums; Jean-François Kammer, Botschafter der Schweiz beim Heiligen Stuhl, und Walter Veltroni, Bürgermeister von Rom.

Unter den hunderten Ausstellungsstücken verdienen aufgrund ihres historischen und künstlerischen Werts der Helm und die Rüstung Kaiser Karls V., das Schwert mit dem Wappen Julius II., die Bulle, die der Papst einst an die "Confoederatis Superioris Allemanniae" zur Rekrutierung der Garde verschickte, sowie die Fahnen, die der Papst als Zeichen der Dankbarkeit für den Beitrag in der siegreichen Schlacht von Ravenna in die Schweiz sandte, besondere Aufmerksamkeit.

Zahlreiche wertvolle und antike Miniaturen erzählen vom Einzug der Schweizer in Rom am 22. Januar 1506 und von ihrem Leben im Dienst der Päpste: "Der Triumph Julius II. mit Kaspar von Silenen", "Julius II. empfängt die Schweizer Garde", "Die Fronleichnamsprozession", "Innozenz X. öffnet die Heilige Pforte", "Umzug zu Mariae Verkündigung zur Zeit Urbans VIII.", "Die Predigt Gregors XVI. am Mamertinischen Kerker", "Pius IX. auf der Sedia Gestatoria" oder "Gregor XVI. in der Kutsche".

Die dramatische Schlacht des "Sacco di Roma" ("Plünderung Roms"), in der sich die Garde heldenhaft zum Schutz des Papstes opferte, ist in einer historischen Rekonstruktion von Giuseppe Rivarili aus dem Jahr 1927 dargestellt.

In einer numismatischen Sektion sind sehr alte, kunstvoll gefertigte Münzen und Medaillen zu sehen. Der Sektor der Portaitbilder zeigt unter anderem das Portrait Clemens VII. aus dem Wiener Kunsthistorischen Museum. Aus der Waffenstube und den Archiven der Schweizergarde werden zum ersten Mal in der Geschichte die Portraits aller Kommandanten der letzten fünf Jahrhunderte, die Uniformen und Rüstungen sowie die historischen Waffen der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ein Multimedia-Saal bildet mit Dokumenten, Postkarten und Videoanlagen den Abschluss der großen Ausstellung.