Große Sorge wegen Vandalismus und Entweihung christlicher Orte in Galiläa

Erklärung der Katholischen Ordinarien des Heiligen Landes

Jerusalem, (Lateinisches Patriarchat) | 328 klicks

Wir übernehmen im Folgenden die Erklärung der Katholischen Ordinarien des Heiligen Landes zur jüngsten Welle antichristlicher Gewalt in Galiläa, Israel.

***

Die Katholischen Ordinarien des Heiligen Landes berichten erneut mit großer Sorge über drei große Akte des Vandalismus und der Entweihung christlicher Orte in Galiläa und verurteilen diese aufs Schärfste. Sie fanden am 27. April statt, einem für die Welt- und Ortskirche wegen der Heiligsprechung der beiden Päpste bedeutenden Tag, und nur einen Monat vor dem angekündigten Besuch von Papst Franziskus im Heiligen Land.

1) In Tabgha, dem von den Benediktinern geleiteten Wallfahrtsort an den Ufern des Sees Genezareth, warfen am Sonntag, den 27. April 2014, um die Mittagszeit ein Dutzend als orthodoxe Juden bekleidete Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren Steine gegen das große Kreuz neben dem Altar und gegen das Altarkreuz selbst. Ein litauischer Pilger, der dort betete, fragte sie nach dem Warum. Die Jugendlichen flohen in Richtung der Stelle, wo ein großes aus Steinen bestehendes Kreuz steht. Dort nahmen sie zwei dieser Steine, um das Kreuz zu demontieren, und warfen sie gewaltsam in den See. Dann gingen die Jugendlichen weiter in Richtung des Benediktinerinnen-Klosters. Sie rissen das Altarkreuz herunter und rieben es mit Schlamm ein. Anschließend stürzten sie am Seeufer aufgestellte Bänke und Stühle um, nachdem sie darauf den Davidstern angebracht hatten. Vor ihrer Flucht bewarfen sie noch eine Frau, die sich als Gast im Kloster befand, mit Steinen und beschimpften sie. 

Pater Elias, der Prior der Gemeinschaft, fragt sich, ob es sich um eine „vorsätzliche Tat“ handelt. Er kontaktierte die Polizei von Tiberias, das Lateinische Patriarchat von Jerusalem und die Deutsche Gesellschaft für das Heilige Land, die Eigentümer des Geländes sind. Der Lateinische Patriarchalvikar für Galiläa, Weihbischof Marcuzzo, begab sich am Montagmorgen zum Gebetsort, um der örtlichen Benediktinergemeinschaft die Solidarität des Patriarchen und der Versammlung der Katholischen Ordinarien auszudrücken, sowie unsere Entschlossenheit, diese Angelegenheit mit den lokalen Behörden weiterzuverfolgen.

2) Am selben Sonntag, den 27. April, erreichte den Patriarchalvikar von Nazareth ein Drohbrief, der von einem aus der Region stammenden Rabbiner unterzeichnet war. Der Brief enthielt Aussagen der Tora und der Halacha-Tradition: „gegen ausländische Arbeitskräfte im Land Israel, welcher heiliger Boden ist“ und fügte hinzu: „Christen sind fremde Arbeiter". Der Brief befiehlt schließlich den Kirchenmännern und allen Christen, das Land Israel zu verlassen, da sonst schwere Repressalien folgen würden. Nach erfolgten Ermittlungen bestätigte das Polizeipräsidium von Nazareth, der verdächtigte Rabbiner sei am folgenden Tag in Safed festgenommen worden.

3) Und ebenfalls am Sonntag, den 27. April 2014, fand, wie bereits in der Lokalpresse berichtet, während einer Tauffeier ein Angriff auf die im Nordwesten der Region gelegene orthodoxe Kirche Al Bassah statt. Zutiefst beunruhigt fordern die Christen in Galiläa gemeinsam mit der Versammlung der Katholischen Ordinarien die Zivil-und Polizeibehörden mit Nachdruck dazu auf, sofort mit der Verhaftung der verdächtigten Personen zu reagieren, um den gegenseitigen religiösen Respekt wiederherzustellen.

(Quelle: Lateinisches Patriarchat von Jerusalem, 02/05/2014)