Gründet euer Leben freudig auf dem Felsen Jesu

Predigt von Papst Franziskus in der heutigen Messe in Santa Marta

Vatikanstadt, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 394 klicks

Es gebe Menschen, die sich als Christen „verkleideten“ und sich entweder durch zu viel Oberflächlichkeit oder durch zu viel Strenge versündigten, so der Papst in der heutigen Messe in „Santa Marta“. 

Sie vergäßen dabei, dass der wahre Christ ein Mensch sei, der mit Freude seinen Glauben auf den Felsen Christi stütze. Gemeinsam mit dem Papst zelebrierten der Kardinal Erzbischof von Aparecida, Raimundo Damasceno Assis, sowie andere Bischöfe die Messe. Ebenfalls nahmen an der Messe in Begleitung ihres Direktors Patrizio Polisca einige Angestellte der Direktion für Gesundheit und Hygiene des Vatikans teil.

Laut Papst Franziskus sind diese Menschen streng oder traurig. Und wenn sie fröhlich wären, sei dies ohne eine Vorstellung von christlicher Freude. Diese beiden Typen von Gläubigen besäßen beide einen großen Fehler: Ihr Christentum basiere nur auf Worten und sei nicht nach dem Wort Christi ausgerichtet. Zur besseren Herausstellung dieser beiden Glaubenstypen zog der Papst das Matthäus-Evangelium (7,21-29) heran, das die Metapher des Hausbaus auf Sand und auf Felsen beinhaltet.

„In der Geschichte der Kirche gibt es zwei Gruppen von Christen: Die Christen, die aus Worten bestehen, und die Christen, die handeln. Es hat immer die Versuchung gegeben, unser Christentum außerhalb des Felsens Christi zu leben. Der einzige, der uns das Recht gibt, zu Gott ‚Vater‘ zu sagen, ist Christus oder der Fels. Er ist der einzige, der in schwierigen Momenten zu uns hält, nicht wahr? Wie Jesus sagt: Der Regen fällt, die Flüsse laufen über, die Winde wehen, aber wenn es der Felsen ist, bedeutet er Sicherheit; wenn es Worte sind, fliegen sie weg, sie nützen nichts. Aber das ist die Versuchung der Christen der Worte, eines Christentums ohne Jesus, ein Christentum ohne Christus. Und das ist in der Vergangenheit passiert und passiert noch heute in der Kirche: Christ zu sein ohne Christus.“

Der Papst analysierte die „Christen der Worte“ genauer und nannte ihre spezifischen Charakterzüge. Der erste sei gnostisch, denn anstatt auf den Felsen zu bauen, liebe er schöne Worte und schwebe so auf der Oberfläche des christlichen Lebens. Der andere sei „pelagianisch“, er habe ein ernstes und starkes Leben. Solche Christen, so der Papst ironisch, schauten den Boden an.

„Und diese Versuchung gibt es heute. Oberflächliche Christen denken an Gott, aber auf verewirrte Weise: Nicht Christus ist es, der ihnen ein Fundament verleiht. Es sind die modernen Gnostiker. Die Versuchung der Gnostik. Ein ‚flüssiges‘ Christentum. Auf der anderen Seite sind es diejenigen, die glauben, das christliche Leben so ernst nehmen, dass sie Stärke und Standfestigkeit mit Strenge verwechseln. Sie glauben, um Christ zu sein, muss man immer in Trauer sein.“

Der Pontifex wiederholte, dass es von diesen Christen viele gäbegebe, sie jedoch lediglich als Christen maskiert seien. Sie wüssten nicht, was der Herr ist, was der Felsen ist. Sie hätten nicht die Freiheit der Christen, die Freude der Christen.

„Sie leben in einer ewigen Totenwache, aber wissen nicht, was christliche Freude ist. Sie können das Leben, das uns Jesus gibt, nicht genießen, weil sie nicht mit Jesus reden können. Und sie haben nicht nur keine Freude, sie haben auch keine Freiheit. Sie sind Sklaven der Oberflächlichkeit. Sie sind Sklaven der Strenge, sie sind nicht frei. In ihrem Leben findet der Heilige Geist keinen Platz. Es ist der Heilige Geist, der uns Freiheit verleiht! Der Herr lädt uns heute ein, unser christliches Leben auf ihn zu bauen, auf den Felsen, der uns Freiheit gibt, die uns der Heilige Geist schickt, der dich mit Freude weitergehen lässt, auf seinem Weg.“