Gründung des „Komitees Papst Pius XII.“

Gestalt und Lehre eines der größten Päpste des 20. Jahrhunderts

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ROM, 3. Juli 2008 (ZENIT.org).- Der 50. Todestag Papst Pius XII. am 9. Oktober ist Anlass für die Gründung des „Komitees Papst Pius XII.“. Die Initiatoren beabsichtigen, die herausragende Rolle Pius XII. sowie dessen fundamentalen Beitrag zum II. Vatikanischen Konzil hervorzuheben, zu dem der Pacelli-Papst nicht weniger als der seliger Johannes XXIII. beigetragen hat.



Untersucht man die Aufzeichnungen der Diskussionen der Konzilsväter, so lässt sich feststellen, dass der Name Pius XII. in nicht weniger als 1.500 Wortmeldungen zitiert wird. In den Anmerkungen zu den Konzilsdokumenten sind über 200 Verweise auf das Lehramt dieses Papstes zu finden. Das heißt, dass Pius XII. neben der Heiligen Schrift der vom Konzil am meisten zitierte Autor war.

Die Gründer des Komitees halten fest, dass am 8. Mai 2007 der heroische Tugendgrad Pius XII. von der zuständigen Kongregation für die Heilig- und Seligsprechungsprozesse einstimmig beglaubigt wurde. Die Anerkennung der Kongregation warte darauf, von Papst Benedikt XVI. unterzeichnet zu werden.

Ziel des Komitees ist es, zu einer besseren Kenntnis und Wertschätzung der Gestalt Pius XII. zu gelangen. Dies soll vor allem zu einer korrekten Hermeneutik des II. Vatikanischen Konzils beitragen.

Nach der Ansicht einiger Interpreten existiere eine Diskontinuität zwischen der „vorkonziliaren“ und der „nachkonziliaren“ Kirche. Innerhalb dieser Denklinie könne eine Entgegensetzung des Lehramtes Pius XII. und Johannes XXIII. festgestellt werden, wobei gerade die große Anerkennung vergessen wird, die Johannes XXIIII. seinem Vorgänger in der Ansprache zu den Bestattungsfeierlichkeiten sowie in seiner ersten Enzyklika „Ad Petri Cathedram“ hatte zukommen lassen. In der genannten Enzyklika bezeichnete der selige Johannes XXIII. seinen Vorgänger als „Doctor optimus, Ecclesiae sanctae lumen, divinae legis admonitor“. Es handelt sich dabei um die drei Titel, die eine Antiphon des Römischen Messbuches den Kirchenlehrern vorbehält.

Die Initiatoren des Komitees wollen darauf hinweisen, dass es in der Geschichte der Kirche keine Diskontinuität gibt, sondern dass vielmehr ein linearer Prozess festzustellen ist. Dabei sei vor allem an die Ansprache Papst Benedikts XVI. an die Römische Kurie vom 22. Dezember 2005 zu denken.

Papst Pius XII. habe das Konzil vorweggenommen und vorbereitet. Es müsse vor allem an die von ihm mit der Enzyklika Mediator Dei (20. November 1947) begonnene Liturgiereform oder an die Enzyklika Divino Afflante Spiritu (30. September 1943) über das Studium der Heiligen Schrift gedacht werden.

Das II. Vatikanische Konzil habe somit das zur Vollendung gebracht, was unter dem Pontifikat Pius XII. seinen Anfang genommen hatte. Das Komitee bekräftigt, dass es keinen „Gegensatz“ zwischen Pius XII. und Johannes XXIII. gibt, wie dies ja unter anderem auch Paul VI. zum Ausdruck gebracht hatte, als er die Seligsprechungsprozesse seiner beiden Vorgänger gleichzeitig ihren Anfang nehmen ließ.

Das Komitee macht des Weiteren darauf aufmerksam, dass Pius XII. gegen die Ideologien und Diktaturen seiner Zeit gekämpft hatte und in Rom geblieben war, als alle anderen Autoritäten geflohen waren.

Der Leitspruch seines Pontifikats „Iustitiae pax“ fasse die Aufopferung seines Lebens für den Frieden durch die Förderung der Gerechtigkeit gegenüber den Diskriminierten zusammen. Die Gläubigen und Bürger Roms trügen das Angedenken an Pius XII. im Herzen, da sie ihn als „Defensor Civitatis“ bezeichneten.

Das Komitee hat die Absicht, die Kenntnis der Gestalt Pius XII. zu verbreiten, sein Lehramt zu vertiefen und angemessene Initiativen zu ermutigen, angefangen bei jenen zum 50. Todestag eines der größten Päpste des 20. Jahrhunderts.

Das Komitee wurde von Exponenten aus der Welt der Kultur und der Politik, von Dozenten und Journalisten ins Leben gerufen. Zu den Unterzeichnern der Gründung des Komitees gehört unter anderem der ehemalige Regierungschef und Senator auf Lebenszeit der italienischen Republik, Giulio Andreotti.

Erklärungen zur Mitgliedschaft und Unterstützung des Komitees können per E-Mail an die folgende Adresse gesandt werden: comitatopapapacelli@gmail.com

Von Armin Schwibach