Grußbotschaft des Papstes an buddhistische Religionsführer

Interreligiöses Treffen auf dem Berg Hiei in Kyoto (Japan) im Zeichen des Friedens

| 908 klicks

ROM, 23. August 2007 (ZENIT.org).- Papst Benedikt weist in einer Grußbotschaft zum interreligiösen Friedenstreffen im japanischen Heiligtum der Tendai-Buddhisten auf dem Berg Hiei darauf hin, dass der Friede ein göttliches Geschenk Gottes ist und zugleich ein Auftrag, der an jeden Menschen ergeht.



In dem Schreiben, das Benedikt XVI. an das Religionsoberhaupt des Tendai-Buddhismus, Kahjun Handa, adressierte, wird das diesjährige 20. Treffen zur mahnenden Erinnerung an den Jahrestag des Abwurfs der Atombombe auf Hirsoshima und Nagasaki am 6. August 1945 ausdrücklich gewürdigt. Die Tendai-Schule ist eine der ältesten und kulturell bedeutendsten Schulen des japanischen Buddhismus überhaupt.

Der Heilige Vater unternimmt einen Rückblick auf die ersten Begegnungen dieser Art, die auf die Initiative des früheren Oberhauptes der Tendai, Etai Yamada, zurückgehen. Yamada nahm zusammen mit 150 Vertretern aus zwölf verschiedenen Gruppierungen am ersten Weltgebetstreffen 1986 in Assisi teil, das von Papst Johannes Paul II. einberufen worden war. Damals waren auch der Dalai Lama, Imam Inamullah Khan als Vertreter des Islams, der römische Oberrabbiner Elio Toaff als Vertreter des jüdischen Glaubens, Vertreter des Hinduismus, Sikhs sowie einige weitere religiöse Führer anwesend.

Benedikt XVI. erklärt, dass das Friedenstreffen vom 4. August auf dem Berg Hiei in Kyoto darauf abziele, dieses „Feuer von Assisi“ nicht ausgehen zu lassen. „Aus einer übernatürlichen Sicht heraus verstehen wir, dass Friede beides ist: ein Geschenk Gottes und die Verpflichtung jedes Einzelnen.“

Und der Heilige Vater bekräftigt gegenüber den Teilnehmern: „Wahrhaftig ist der Aufschrei dieser Welt nach Frieden, der in so vielen Familien und Gemeinschaften auf dieser Erde Widerhall findet, zugleich ein Gebet zu Gott und ein Anruf an jeden Bruder und jede Schwester dieser Menschheitsfamilie. Ich versichere Euch, die Ihr verschiedene Religionen vertretet, meinen geistlichen Beistand für Eure Begegnung auf dem heiligen Berg Hiei. Möge Euch das Gebet und diese Zusammenarbeit mit Gottes Frieden erfüllen und Euren Entschluss festigen, ein Friedenszeugnis abzulegen, das die Irrationalität der Gewalt besiegt.“

Im Namen des Heiligen Stuhls hatte Kardinal Paul Poupard, Präsident Emeritus des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog, an dem Treffen teilgenommen, das mit der Unterzeichnung der gemeinsamen „Botschaft vom Berg Hiei 2007“ ausklang. In ihr wird die Bereitschaft der Teilnehmer zum Ausdruck gebracht, dem Frieden zum Durchbruch zu verhelfen.