Guter Dialog in Madrid

Katholisch-jüdischer Koordinierungsausschuss

Jerusalem, (Lateinisches Patriarchat) | 262 klicks

Vom 13. bis 17. Oktober 2013 fand in Madrid das 22. Treffen des internationalen katholisch-jüdischen Koordienierungs-Ausschusses (ILC oder IC-JLC) statt. Diese interreligiöse Einrichtung, die bereits 42 Jahre alt ist, ist die höchste und größte Instanz des Dialogs zwischen der katholischen Kirche und Judentum, und aus dem Päpstlichen Rat für die Einheit und dem IJCIC (International Jewish Committee for Interreligious Consultations) entstanden. An der Organisation dieses Treffens haben die Spanische Bischofskonferenz (CEE) und der Föderation der jüdischen Gemeinden in Spanien (FGJE) beigetragen.

Aus beiden Einrichtungen haben je 20 Delegierte teilgenommen. An deren Spitze befanden sich Kardinal Kurt Koch für die Kirche, Frau Betty Ehrenberg für die jüdische Seite, des Weiteren die Kommission für den interreligiösen Dialog der EU mit dem Kardinal von Madrid, Antonio Maria Rouco Varela, und die Föderation der jüdischen Gemeinden in Spanien, mit dessen Generalsekretär Mauricio Toledano. Ihnen hat sich eine ganze Reihe von Experten und offiziell Eingeladenen angeschlossen, wie der Apostolische Nuntius in Madrid, Erzbischof Renzo Fratini, Israels Botschafter beim Heiligen Stuhl, Ezion Evrony, und der Rabbiner David Rosen.

Für das Heilige Land waren Weihbischof Giacinto-Boulos Marcuzzo, Patriarchalvikar für Israel und Bischof von Nazareth, und P. Pierbattista Pizzaballa Ofm, Kustos des Heiligen Landes. Patriarch Fouad Twal entschuldigte sich wegen seines engen Terminkalenders für seine Pastoralbesuche. Bei den Plenarsitzungen belief sich die Zahle der Teilnehmer auf 45-50 Personen, während an der Eröffnung und dem feierlichen Abschluss fast 200 Menschen teilnahmen.

Das allgemeine Thema dieser Sitzung war: „Die Herausforderungen des Glaubens in der modernen Gesellschaft“. Während der drei Tage und der sechs Plenarsitzungen stellten zwölf Dozenten – ein katholischer und ein jüdischer für jedes Thema – ihre Ideen zu folgenden Themen vor: die Herausforderungen der Religion in der Neuzeit; kjatholische und jüdische Antworten; die moderne Gesellschaft: religiöse und ethische Perspektiven; die katholisch-jüdischen Beziehungen in Spanien; die Beziehungen zwischen Israel und dem Heilige Stuhl; die Herausforderungen für die Religion, eine neue politische Realität. P. Pizzaballa hielt eine Rede über dieses letztere Thema und konzentrierte seinen Bericht vor allem auf den Nahen Osten und die Gebiete des Heiligen Landes.

Das Treffen endete mit der Präsentation eines gemeinsamen Kommuniqué (hier) und den abschließenden Gedanken von Kardinal Kurt Koch und Präsidentin Betty Ehrenberg. Alle Teilnehmer der Konferenz wurden im Zentrum der jüdischen Gemeinschaft von Madrid von deren Rabbiner und dem Präsident der Gemeinschaft begrüßt. Die Delegierten vereinbarten einen nächsten Termin in zwei Jahren – das Land und die Stadt für das Treffen sind noch offen.

Von unserem Korrespondenten in Spanien. 

(Quelle: Lateinisches Patriarchat von Jerusalem, 25/10/2013)