Hans Zollner über den sexuellen Missbrauch an Kindern

Papst Franziskus unterstützt die Arbeit des Zentrums für Kinderschutz der Gregoriana

Vatikanstadt, (ZENIT.org) | 554 klicks

In einem Interview mit Radio Vaticana am vergangenen Dienstag, den 4. Juni 2013, mit dem deutschen Jesuiten Hans Zollner, Vizerektor der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom, berichtete der Leiter der Fakultät für Psychologie von seinem Treffen mit Papst Franziskus, bei dem er den Heiligen Vater über die Präventionsarbeit des Internationalen Zentrums für Kinderschutz der Universität informierte. Der Papst appellierte an die Mitarbeiter, im Kampf gegen sexuellen Missbrauch nicht nachzulassen und „mit Geduld und Beharrlichkeit“ weiterzumachen.

Bei einem Treffen mit dem Präfekten der Kongregation für Glaubenslehre, Gerhard Ludwig Müller, am 6. April, hatte sich Papst Franziskus zum ersten Mal zu dem Thema geäußert, indem er die Kongregation aufforderte, sie solle nach den von Benedikt XVI. gegebenen Vorgaben damit fortfahren, Schritte zum Schutz der Minderjährigen zu ergreifen und sexuellen Missbrauch zu ahnden. So hat die Glaubenskongregation die Bischofskonferenzen weltweit dazu aufgefordert, Regelwerke im Umgang mit sexuellem Missbrauch zu entwickeln, die den Schutz der Kinder gewährleisten. Wie Zollner Radio Vaticana mitteilte, haben bisher 80 bis 85 Prozent weltweit Leitlinien der Glaubenskongregation zugesendet, wo der Prozess noch schleppend voran gehe, bemühe man sich um ein stetiges Vorantreiben.

Zollner sagte zu Radio Vaticana, es gehe um eine dauerhafte Bewusstseinsänderung, gerade in Gebieten, in denen das Thema noch tabuisiert werde. Aus diesem Grund habe das Zentrum in Kooperation mit acht weiteren Ländern ein Lernprogramm in mehreren Sprachen auf Internetbasis für Kirchenmitarbeiter erstellt, das von der Universität Ulm und der Erzdiözese München-Freising unterstützt werde. Hinzu komme die Möglichkeit, an einer zwei- bis dreistündigen Schulung teilzunehmen, an der das Zentrum derzeit noch arbeite, da man sich nicht nur auf virtuelle Schulungen verlassen könne. Bei der ganzheitlichen Schulung ginge es vor allem darum, das pädagogische und kirchliche Personal in Pfarreien, Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern und Waisenhäusern zu sensibilisieren und so die Einstellung gegenüber dem Thema zu ändern.

In Zukunft werde weiterhin an der über die Internetseite des Zentrums für Kinderschutz zugängigen Datenbank gearbeitet, so wie an der wissenschaftlichen Aufarbeitung des Themas in Zusammenarbeit mit internationalen katholischen Hochschulen und Jesuitenfakultäten.